Was gestern geschah

 

27.09.2021

Erneut führte die Reise für einen unserer Schützlinge in die sächsische Schweiz. Vor ca 6 Jahren konnten wir den dreibeinigen Figaro in eine herzliche Großfamilie vermitteln. Mit viel Geborgenheit, Sicherheit, Einfühlungsvermögen, Training, Spiel und jeder Menge Liebe sind sie ein eingeschworenes Team geworden. Nun fanden sie, es sei an der Zeit für hündische Gesellschaft. Der mittlerweile ca. 14 jährige Senior ist inzwischen toleranter geworden, aber manchmal immer noch etwas aufgedreht, und da schien in Baltasar der passende Ruhepol gefunden. Der große gemütliche Rüde ignorierte Figaros anfängliches Gemotze komplett, so dass Figaro tatsächlich ebenfalls ruhiger wurde. 

Nun war Baltasars großer Tag. Zwar fand er noch einige Sachen suspekt, wie Auto und Fahrstuhl, selbst die Kirchenglocke und das Ticken der Uhr schien ihn zu beunruhigen, aber Figaro wird ihn schon lehren, dass dies keine Dinge sind, die er zu fürchten braucht. Ermunterung erhält Baltasar natürlich auch von seinen menschlichen Rudelgefährten. Hervorzuheben ist, dass sich Baltasar als sehr gelehrig herausstellt. Auch das Fressen klappt super nebeneinander, als wäre es schon immer so.

Bei Spaziergängen passen beide aufeinander auf, wenn einer von Beiden den Anderen nicht sieht, dann wird gesucht. Für Figaro ist es der absolute Anreiz, mehr zu laufen und Baltasar toleriert ohne Probleme das Warten auf den Opi. Es freut uns, dass sich die zwei gegenseitig so gut ergänzen.

Noch eine Fahrt stand heute bevor und zwar die zum Tierarzt. Cleo hatte einen Termin zur Mastektomie und Enfernung ihres Lidrandtumors. Der Hinweg war für sie eine freudige Abwechslung. Sie ließ sich ins Auto heben, fuhr ruhig mit und tappste bei Ankunft fröhlich des Weges. Auch die Treppen ging das liebe Schwergewicht mit einer Leichtigkeit. Als sie um die Ecke allerdings die Tierärztin erblickte, erkannte die, dass der Ausflug kein Zuckerschlecken werden würde. Sie drehte schnell um und wollte die Flucht ergreifen. Liebe Cleo, es ist nur zu deinem Besten! Nach erfolgreicher OP bekam sie dann noch einen hübschen Body und einen großen Halskragen um. Als wir sie abholten, wirkte sie ziemlich betrübt. Dies war nicht zuletzt der Narkosenachwirkung zu verdanken. Nun wird die sanfte Pummeline die Quarantäne leider eine geraume Zeit blockieren, denn wenn das alles gut verheilt ist, kommt die nächste Baustelle: ihre Zähne müssen noch gemacht werden (siehe "was gestern geschah" vom 01.09.2021).  

 

25./26.09.2021

In einer kleinen Gemeinde in der sächsischen Schweiz darf nun Rüde Rüdi seinen Charme versprühen. Trotz einer Stunde Fahrtweg hörten wir überhaupt keinen Mucks geschweige denn, irgendein Geräusch einer Bewegung aus der Box. So wie er saß, saß er. Noch war er artig, geduldig und entspannt. Noch. Denn als er aussteigen durfte, fing er gleich aufgeregt mit Ziehen an der Leine an. Wir wurden schon von allen erwartet und auch von seiner neuen Hundefreundin (ebenfalls aus dem Tierschutz) begrüßt. Beide kannten sich bereits von den Besuchen bei uns vor Ort, und wir unternahmen, wie von seinen neuen Besitzern vorgeschlagen, zusammen gleich einen kleinen Spaziergang. Rüdi konnte eine erste Schnupperprobe seiner neuen Umgebung vornehmen. Es ist sehr ländlich, viele Felder ringsum und die vorbeikommenden Autos kann man an einer Hand abzählen. Entsprechend aufgelockert kehrten wir zum Grundstück zurück. Es liegt in leichter Hanglage, überall befinden sich einladende Ruhemöglichkeiten. Es gibt auch einen Wintergarten, der einen Ausblick auf den unteren Teil des – selbstverständlich komplett eingezäunten – Gartens und die Straße bietet. Alles hat eine gemütliche, familiäre Ausstrahlung und man muss sich dort einfach nur wohlfühlen. Rüdi war entsprechend aufgeregt und neugierig, beschnupperte die Liegekissen und holte sich Streicheleinheiten ab. Vor allem vom neuen Herrchen. Die beiden wirken schon jetzt wie ein vertrautes Männergespann. Hündin Jenny schien jedoch noch nicht ganz überzeugt, mit dem Rüden fortan ihr Reich zu teilen. Ab und zu rümpfte sie ihr Näslein, allerdings nur am Anfang. Herrchen und Frauchen hatten die Hundesprache vollkommen im Blick und eine kurze Handbewegung bzw. ein Laut reichte, um Jennys zickiges Gehabe zu korrigieren. Schließlich konnten beide auch problemlos aneinander vorbeilaufen. Na, geht doch ;) Rüdi weiß sich auch zurückzuhalten, sehr galant von ihm. Dies erleichterte es Jenny, sich darauf einzulassen und zu erkennen, dass es cool ist, wieder einen Gefährten zu haben. Bei schönster Sonne und sommerlichen Temperaturen war es angenehm, nach einer kurzen Hausbesichtigung das Vertragliche gemütlich im Freien zu regeln. Den Hunden war es freigestellt, sie konnten rein oder raus, aber suchten beide unsere Nähe. Das musste einfach mit Leckerchen belohnt werden, was völlig unkompliziert, nebeneinander sitzend, klappte. Es schien, das Eis war gebrochen und Rüdi war akzeptiert.

Zum Abschied legte der cremefarbene Zottel seinen Kopf auf unseren Schoß, er ließ sich streicheln, als würde er Danke sagen und sich verabschieden.

 

24.09.2021

Und wieder war unsere Hilfe gefragt, als es um die Aufnahme einer Mutterkatze samt Jungtieren ging. Tierschützer hatten zwei der frischgeborenen Kätzchen eingesammelt und zum Tierarzt geschafft, wo sie erst einmal mit Flohmittel von oben bis unten behandelt wurden. Als die Tierschützer dann aber die Mutter und drei weitere Katzenwelpen gefangen hatte, sollten diese zu uns ins Tierheim kommen, und nicht zum Tierarzt. Übereilt brachte man uns dann auch noch die Beiden vom Tierarzt behandelten Kätzchen. Ob die Mutter diese annehmen würde? Diese Sorge war mehr als berechtigt! Gleichzeitig berichtete man uns, dass dort wohl noch eine Mutterkatze mit Jungtieren gesehen wurde. War sie die wirkliche Mutter? Die Schwester? Eine Amme? Ein ganz anderes Tier?

Die Mutterkatze und die fünf kleinen Zwerge bezogen jetzt ein Einzelzimmer, wo sie viel Ruhe, ein weiches Körbchen und viel Futter bekommen werden.

Bisher hat die scheue Mutter noch kein Jungtier aus dem Nest geworfen aber wir wissen noch nicht, ob auch alle gut trinken. Unserer Einschätzung nach sind die Tiere ungefähr 10 Tage alt und nicht wie behauptet schon drei Wochen.

Wenn Sie beim lesen dieser ganze Vorgang verwirrt, sind Sie nicht allein. Immer wieder finden wir uns in der Situation wieder, den blinden Aktionismus anderer Mitmenschen ausbaden zu müssen. Wir können nur hoffen und beten, dass alle Kätzchen in unserer Obhut überleben und das alle Zwerge eingesammelt wurden. Und wenn sie überleben, werden wir die ganze Familie zu gegebener Zeit noch einmal gegen Flöhe und andere Parasiten behandeln müssen.

 

23.09.2021

 Das Tierheimauto war wieder mal auf der Straße. Diesmal auf dem Weg zum Tierarzt: Die beiden hübschen Katzendamen Maliny und Thalia sollten kastriert werden. Bei dieser Gelegenheit erfolgte auch gleich die Nachkontrolle von Nixy, der vergangene Woche plötzlich nicht mehr ordentlich laufen konnte. Zwar benutzt er das Bein wieder deutlich mehr, jedoch entwickelte er auf dem Bein nun ein Ödem. Gleichzeitig bemerkte die Tierärztin einen Knoten im Schenkelspalt. Wir entnahmen eine Probe, um vielleicht dort die Ursache für das Geschehen zu finden. Für seine Verhältnisse war Nixy wirklich tapfer und hielt es trotz Schmerzen die Untersuchung aus. Als wir am Nachmittag die beiden Katzendamen gesund und munter wieder abholen durfte, war auch der kleine Kater Aladdin mit gekommen. Grund dafür war, dass er sein Vorderbein nicht mehr benutzen wollte. Das Röntgen ergab keinen klaren Befund, lediglich eine Abnormalität in der Schulter. Der kleine Mann muss nun vorerst Boxenruhe halten. So viele Sorgen mit den lieben Tierchen.

 

22.09.2021

 Geteilte Freude ist doppelte Freude. Dieses Sprichwort benennt klipp und klar den Vorteil eines Doppelpacks. An einem Zweiergespann darf sich ab heute auch eine Familie in Kamenz erfreuen. Obwohl sie Katzenanfänger sind -bzw. gerade weil- haben wir ihnen eins unserer Pärchen ans Herz gelegt. Die Wahl fiel auf die jungen, stets gut gelaunten Schwestern Victoria und Faleena. Beide Katzen wickelten schon vor Ort mit ihrer offenen und fröhlichen Art alle drei Familienmitglieder um ihre Pfötchen. Somit stand einem Einzug in der Neubauwohnung nichts mehr im Wege. Da der Mann die Woche über auf Montage ist, hat die Frau wieder jemanden an ihrer Seite, den sie verwöhnen oder sich einfach an ihrem Spiel erfreuen kann. Wie hilfreich es ist, wenn sich zwei Katzen zusammen in den neuen vier Wänden orientieren können, wurde wieder einmal deutlich. Denn eine der Beiden wollte erst nicht aus der Transportbox aussteigen, schaute sich aber von ihrer Schwester ab, wie toll es ist, der Neugier freien Lauf zu lassen. Fensterbrett, Fernsehschrank, alles musste schließlich genauestens untersucht werden. Und wo eine Katze herumstiefelte, folgte bald die zweite. Der Kratzbaum war jedoch noch nicht von großem Interesse, dafür gab es einfach zuviel anderes Unbekanntes. Zwischendurch fegten beide Stubentiger kurz durch die Wohnung, um erneut überall zu schnuppern. Da soviel Entdeckerdrang hungrig macht, gab es für Faleena und Victoria erst einmal Nassfutter, während wir uns -nachdem alles geklärt war- aus der Tür schlichen. Nun ist mit den beiden Samtpfötchen frisches Leben eingekehrt, langweilig wird es ihnen wohl allen nicht werden. 

 

21.09.2021

So verheißungsvoll, wie die Woche begann, setzt sie sich fort: Erneut durften wir einen unserer Schützlinge in sein neues Zuhause begleiten. Heutiger Glückspilz ist Hündin Roxy. Nachdem sie schon einmal durch uns in einen schönen Haushalt vermittelt werden konnte, musste sie durch gesundheitliche Probleme der Besitzer wieder abgegeben werden. Nach circa 7 monatigem Suchen fand Roxy nun ein Paar, dass von der Hundedame begeistert war. Die Sympathie bestand ebenso auf Roxys Seite. Nach gegenseitigem Kennenlernen und mehreren Treffen war die Entscheidung gefallen und wir konnten heute das neue Mensch-Hund-Rudel zusammenführen. Im schönen Lausitzer Seenland hat Roxy ihre neue Bleibe gefunden. Dass das ehemalige Tagebaugebiet auch seine Schattenseiten hat, wurde uns durch die Anreise bewusst. Eine Bundesstraße, welche von Senftenberg aus in den kleinen Ort führt, war nämlich gesperrt. Risse deuteten auf Absackung des Bodens hin, was natürlich eine Schadensbehebung deutlich erschwert. Die Zufahrt ist nur über einen etwa 20minütigen Umweg erreichbar. Roxy musste also noch ein Stück länger ausharren, ehe sie wieder Gras unter ihren Pfötchen hatte. Obwohl sie Autofahren nicht unbedingt toll findet, benahm sie sich erstaunlich artig. Ein kurzes Winseln war alles, was sie zu der längeren Strecke verlauten ließ. Kein Unruhigwerden, kein Unwohlsein plagte sie. Als wir endlich ankamen und die Box öffneten, sprang uns Roxy schon entgegen. Offen und neugierig wurde alles beschnuppert. Die Siedlung wird modernisiert, durch Corona und den darausfolgenden Schwierigkeiten bei der Materialbeschaffung verzögern die Baumaßmnahmen. Für Roxy war das eher belanglos. Die Handwerker wurden zur Notiz genommen und dann nicht weiter beachtet. Auch die Geräusche im Treppenhaus waren ihr egal. Sie schaute sich in der Wohnung um und bekam selbstverständlich ein Begrüßungsleckerli. Danach holte sich Roxy von jedem von uns Streicheleinheiten ab. Die vertraglichen Sachen waren uninteressant für sie, aber Herrchen hatte ja noch zwei Hände frei. Diese wurden von der Hündin ausgiebig beleckt. Was für ein toller Liebesbeweis. Als wir alles besprochen hatten, machten wir uns bereit für den Weg nach draußen. Roxy war sofort Feuer und Flamme. Ihre Aufregung teilte sie aber nicht mit uns, denn was Herrchen und Frauchen machten, war schließlich viel wichtiger und interessanter. Sie ist eben schon ganz auf ihre neuen Dosenöffner fixiert, die kleine Struppeline. Das besagt doch mehr als tausend Worte. Während sich Roxy mit ihrer Umgebung vertraut machte, fuhren wir, gänzlich unbeachtet von der aufgeweckten Hundedame, mit einem freudigen Gefühl wieder zurück zum Tierheim. 

 

20.09.2021

Katze Lena reagierte etwas empört, dass wir sie aus dem Mittagsschlaf aufweckten. Sogar noch während der Fahrt beschwerte sie sich und diskutierte mit Tierpfleger Mario (er sagte etwas und sie antwortete). In ruhiger Lage am Ende einer kleinen Nebenstraße ist nun Lenas neue Heimat. Als wir ankamen, war Lenas Empörung verflogen. Nachdem sie einmal kurz durchs Zimmer flitzte, entdeckte sie all ihre gemütlichen Liegeplätze und Aussichtspunkte. Das Schaffell auf der Sitzbank im Esszimmer hatte es ihr besonders angetan. Sie machte es sich darauf bequem und schnurrte ein Weilchen. Aber dann ging es auch schon weiter, es gab schließlich noch mehr zu erforschen. Die großen Fenster mit den ebenso großen Fensterbrettern luden ein, dem Treiben draußen zuzusehen. Besonders die Schafherde vom Nachbarn wurde neugierig beäugt. So etwas hatte Lena ja noch gar nicht gesehen. Vom Katzenauslauf bei uns konnte sie nur die Schafe hören, aber nicht sehen. Das wird noch eine Sensation werden und Lenas Welt bereichern, wenn sie nach entsprechender Eingewöhnungsphase die ruhige Umgebung erkunden darf. Für die nächsten Wochen bietet das Haus aber erst einmal genügend Gelegenheiten zum Entdecken. Lena war so überwältigt und beschäftigt, dass sie gar nicht bemerkte, wie Mario die Heimreise antrat.

 

18./19.09.2021

Das Wochenende nutzten wir, um wieder einige Neubesetzungen vorzunehmen. Jungspund Liczi mit verheiltem Beinbruch (siehe "was gestern geschah" vom 08.09.) durfte wieder zu ihren Geschwistern ins Katzenhaus umsiedeln. Die beiden Schloßkater Jago und Aladdin trafen in dem anderen Minihaus auf die kleinen Katzen Thalia, Victoria und Faleena sowie Potatoe. Noch ein wenig unsicher schlichen sie neugierig schnuppernd durchs neue Terrain, während wir von den schnurrenden "Alteingesessenen" umringt wurden. Jeder buhlte um Aufmerksamkeit und ehe sich Jago versah, saß er mittendrin und wurde einfach mitbeschmust. Zwischendurch fand er es doch zu befremdlich, fauchte die ihm noch unbekannten Katzen an, aber wir konnten mit Streicheleinheiten erneut seinen "Motor" starten lassen. Nur Aladdin fand alles unheimlich, er suchte eine ruhige Ecke und wollte nichts von alledem wissen. 

Sogar unser Büro hat einen neuen Mitstreiter: Kater Dieter. Mehr menschliche Nähe, ein größeres Platzangebot und interessantes Livefernsehen durch die Fenster helfen ihm vielleicht, sich wohler zu fühlen, und von seinem plötzlichen Kratzverhalten wieder abzulassen. Sein Allergiefutter bekommt er natürlich weiterhin, um auch diese Ursache auszuschließen.

 

17.09.2021

Nachdem sich die scheue Mutterkatze von ihrer Kastration erholt hatte war es nun soweit, dass wir die Mieze an ihrer Fundstelle wieder ausgewildert haben. In den vergangenen Monaten hat sie sich von niemandem berühren lassen und reagierte zuletzt auch immer öfter genervt auf ihre heranwachsenden Jungtiere. Die mütterlichen Pflichten bei den Zwergen werden wir nun übernehmen, während die Mama ein Leben in der, von ihr geliebenten, Freiheit genießen darf, ohne je wieder ungewollt Jungtiere zu bekommen.

 

16.09.2021

Mit Transportbox bewaffnet machten wir uns auf den Weg zu einem besonderen Einsatz. Uns ereilte ein Anruf aus München. Die Dame am Telefon erklärte uns, dass ihre Tante nicht weit weg vom Tierheim wohnt und gerade auf dem Weg ins Krankenhaus sei. Ihr mentaler und körperlicher Zustand hatte sich zuletzt so sehr verschlechtert, dass sie nicht mehr im Stande war sich um sich selbst und ihren Kater zu kümmern. Zum Glück hatte sie aber sehr nette Nachbarn die immer ein waches Auge auf die ältere Lady und das arme Tierchen hatten. Es waren auch die Nachbar die uns im Empfang nahmen und uns den Weg zur Purzel wiesen, den sie vorab schon in das Haus gelockt hatten. Sie selbst hätten den Kater gern aufgenommen, konnten dies aber Aufgrund ihrer Erkrankung nicht verwirklichen. Der Freigängerkater lief uns auf dem Boden mehr zufällig in die Arme und lies sich wiederstandslos in die Transportbox setzen. Im Tierheim angekommen versteckte sich Purzel erst einmal. Der arme Kerl hat immerhin gerade sein Zuhause und seine Freiheit eingebüßt. Mit seinen fast 13 Jahren ein schweres Los, doch wir versuchen ihn aufzubauen und ihm ein Stück weit Lebensfreude wiederzugeben.

 

15.09.2021

Auch dieser Tag steht wieder ganz im Zeichen der Gesundheit. Die regelmäßig wiederkehrende Tierarztvisite stand an und es gab wie immer viel zu tun. Kein Wunder, bei unseren vielen Bewohnern. Doch mittlerweile sind wir gut eingespielt und es geht zügig, aber trotzdem genauso einfühlsam voran. Einige der jungen Katzenkinder konnten ihren ersten Pieks bekommen. Kater Dieter mit seinen leider immer noch vorhandenen Wunden am Kopf wurde erneut untersucht und nun auf Langzeit- Antibiose gesetzt. Bei den Hunden gab es diesmal keinen, der mit Impfen an der Reihe war, dafür entdeckten wir bei Omega eine alte Bissverletzung, die wir nun täglich vorsichtig mit Allercalm abtupfen und aufpassen, dass sich nichts mit Eiter zusetzt. Bei Emil fiel uns im Vorfeld auf, dass er Schmerzen zeigt, wenn er nach oben in den Himmel schaut. Im ersten Moment konnte keine Ursache gefunden werden, also wird er um einen Röntgentermin nicht drumherum kommen. Zum Schluss war Nixy an der Reihe. Er stand eigentlich nicht auf der Tagesordnung, doch er konnte am Vormittag plötzlich nicht mehr richtig aufstehen, geschweige denn laufen. Er stellte uns vor ein Rätsel, nicht einmal mit Hundekeksen konnte er zum Bewegen animiert werden. Bei Nixy, der fürs Fressen sonst Bäume ausreißen würde, unvorstellbar. Die Tierärztin bemerkte eine Schwellung an der Hüfte, mehr konnte sie vor Ort auch nicht diagnostizieren. Deshalb rief sie kurzerhand ihre Tierarzthelferin an, damit sie in der Praxis schon alles fürs Röntgen vorbereiten kann. Zu zweit hoben wir Nixy in unser Tierheimauto, währenddessen fuhr die Tierärztin schon mal in die Praxis vor. Wir folgten mit einem singenden Hund in der Box. Super, dass die Veterinärin ihren Zeitplan für Nixys Gesundheit spontan umkrempelte und den Rüden in ihren eng bemessenen Kalender "zwischenschob". Wir wissen es sehr zu schätzen, denn das ist nicht selbstverständlich. Das Röntgen brachte leider nur zutage, dass wir nicht genau herausfinden konnten, was ihn plagt. Rein vom Bild her ist nichts ausgerenkt oder gebrochen. Also bekam er Schmerzmittel verordnet und soll sich nicht überanstrengen. So wie wir ihn am Vormittag gesehen haben, weiß er schon von alleine, wieviel er sich zumuten kann. Zurück im Tierheim, bekam er ein großes kuscheliges Hundebett, welches er liebend gern annnahm.

 

14.09.2021

Am heutigen Dienstag rollte unser Tierheimauto gleich mehrmals zum Tierarzt. Zuallererst hatte die dreifarbige Mutterkatze von unserem Startbild ihren Termin zur Kastration. Die Kleinen fressen selbständig, mittlerweile auch der rote Nachzügler, was uns enorm freut (siehe "was gestern geschah" vom 09.09.). Leider ist die Mutti immer noch nicht umgänglich und zeigt uns deutlich, was sie von menschlicher Nähe hält. Also vereinbarten wir kurzfristig - noch vor eigentlichem Schichtbeginn - einen Termin zur Kastration, damit sie bald wieder an ihrer Fundstelle freigelassen werden kann. Alles andere wäre nur eine Qual für sie. Deshalb ist die Kastration auch so unglaublich wichtig. Zum späteren Zeitpunkt hatte Rüde Patrik einen Termin zur Zahnsanierung. Dass bei dem Senior einiges im Argen war, konnte die Veterinärin schon vor Ort feststellen. Wie arg, sollte sich später herausstellen. Kaum waren wir im Tierheim zurück, konnten wir schon wieder die Muttikatze holen. Sie war noch etwas taumelig, aber fauchen klappte schon wieder ganz gut. Wir gaben ihr einen Ausnüchterungsplatz in der Quarantäne, natürlich getrennt von ihren 6 wuseligen Zwergen. Inzwischen hatte auch Patrik alles bestens überstanden und bat um Abholung. Auch er war noch ein wenig taumelig. Der Ärmste musste sich von 32 Zähnen trennen! Zumindest in dieser Richtung wird er zukünftig nie wieder Sorgen haben.

 

13.09.2021

Einer geht, einer kommt, das alte Trauerspiel setzt sich unglücklicherweise wieder einmal fort. Aufnahme fand ein "alter Bekannter": der mittlerweile siebenjährige Hund Lucas, den wir 2019 in unserer Einrichtung aufnahmen und kurz danach vermitteln konnten. Er zeigte in seiner neuen Familie Besitzansprüche, sie meinten, er war zu sehr auf die Frau des Hauses fixiert. Es gab in der Vergangenheit wohl schon einmal einen Beißvorfall, als die Tochter zu nah zwischen Frau und Hund vorbeiging. Nun hatte eine der Töchter nach einem erneuten Zwischenfall solche Angst vor ihm, dass er sofort, noch in der Mittagsruhe, zu uns gebracht wurde. Sie schilderten die Situation so, dass die Tochter den beigefarbenen Rüden dazu bewegen wollte, vom Sofa herunterzugehen, weil dies für ihn tabu war. Er reagierte darauf mit Zuschnappen. Auf die Frage, warum sie sich nicht eher an uns wandten, antworteten sie, dass sie bei einem Hundetrainer waren, dieser meinte, Lucas wäre unberechenbar und sie müssen einfach aufpassen... Nein, oh je, mittlerweile sollte jeder wissen, dass Hundetrainer nicht gleich Hundetrainer ist. Wie oft haben wir hier schon negative Beiträge dazu erwähnen müssen. Warum werden wir verdammt nochmal einfach nicht um Hilfe gebeten? Wir verstehen das nicht, und Lucas noch weniger. Er wirkt(e) traurig, legte seinen Kopf in den Schoß einer unserer Mitarbeiterinnen und unserem Mario gab er zur Begrüßung sogar Pfötchen. Lucas, wir geben dich nicht auf!

 

11./12.09.2021

Nach zweieinhalb Wochen in seiner Pflegefamilie hat der abgegebene Welpi Linus seinen "großen Bruder", ebenfalls ein Hund aus unserem Tierheim, gefunden. Der Wunsch bestand schon eine Weile, zu dem 2019 vermittelten Rüden Paolo einen Gesellen auf vier Pfoten zu finden. Dieser dürfe auch gern etwas kleiner sein. Als Linus nun in unserer Einrichtung abgegeben wurde, tauschten wir erste Fotos und Infos aus. Es wurde Familienrat gehalten und ein Kennenlern- Besuch vereinbart. Fotos können manchmal täuschen, Linus kam ihnen vor Ort noch viel kleiner vor als auf den Bildern. Dies war jedoch absolut kein Hindernis. Weder für Paolo noch sein Menschenrudel. Besonders die Tochter freute sich auf den Zwergi mit den Kulleraugen. Allen ist jedoch bewusst, dass Linus - gerade weil er so ein kleiner "Süßer" ist - dennoch als Hund behandelt werden muss, was bei vielen Menschen leider nur allzu gern vergessen wird. Klare Regeln, keine Verhätschelung sowie ein bißchen Alltagstraining sind auf jeden Fall angedacht. Linus zeigte sich gleich sehr angetan und freute sich über Paolo. An ihm orientierte er sich schon zu Beginn sehr stark, was eine baldige Vermittlung bereits abzeichnete.

Als nun der Tag gekommen war, stand er zunächst unter keinem guten Stern. Das Auto unserer Kollegin streikte und Linus durfte an seinem großen Tag auch noch Straßenbahn fahren. Etwas zittrig, meisterte er dies schließlich ohne Probleme. Im Tierheim erholte er sich bis zum zeitigen Nachmittag von diesen Herausforderungen, bis es wieder hieß, einsteigen und Auto fahren. Bis zum Dresdner Flughafen ging die Fahrt, und unsere Mitarbeiterin wurde langsam ein wenig sentimental, sie hatte sich schnell an den Fratz gewöhnt. Aber die Aussicht auf dieses tolle Zuhause ließ die Stimmung schnell wieder steigen. Mit einem Satz nahm Linus die Stufen und war aufgeregter als alle zusammen. Er versprühte so viel Unruhe, dass Paolo ihn mit einem Wuff erstmal einbremsen musste. Huch, damit hatte Linus wohl nicht gerechnet. Aber schon kurze Zeit später suchte er wieder Kontakt. Um die Situation ein wenig aufzulockern und Linus' Energie in Beschäftigung umzulenken, gingen wir nach dem Schreibkram vor die Tür. Linus mit Paolo und seinen Menschen links herum und wir zum Auto. Der kleine Hundemann war so abgelenkt, dass er unser "Davonschleichen" überhaupt nicht bemerkte. Er war glücklich und wir waren es auch. Wieder haben wir das richtige Händchen bewiesen und zueinander gefügt was zusammen gehört.

 

10.09.2021

Im Tierheim begingen wir einen kleinen Feiertag. Rüde Lache hatte heute seinen zweiten Geburtstag. Natürlich wurde das mit reichlich Leckerlie, streicheln und spielen begangen. Und auch seine Hundekumpels gingen nicht leer aus bei der "Mini-Party". Lache wusste natürlich nicht, was die Aufregung soll, aber er freute sich über die zusätzliche Aufmerksamkeit bei bestem Sonnenschein.

Außerdem konnte die schwarze Mieze Thalia unsere Quarantäne verlassen. Sie hatte alle Impfungen gut überstanden und teilt sich ein Häuschen mit drei weiteren heranwachsenden Kätzchen. Es ist immer eine wahre Freude wenn die unterschiedlichsten jungen Miezen in so einem "Katzenkindergarten" zusammen spielen und kuscheln können. Und bestimmt bekommt sie schon bald ein neues liebevolles Zuhause.

 

09.09.2021

Am Vormittag rückten unsere Baumpaten an, um auf der Schafweide großartige Arbeit an den Grünpflanzen zu leisten. Es wurde gebuddelt, geschnitten, gewerkelt bis alle Bäumchen "verarztet" waren. Natürlich alles unter den Blicken der neugierigen Schäfchen. An dieser Stelle sagen wir DANKE für diesen ungewöhnlichen, aber hilfreichen Einsatz!

Außerdem waren wir mit Hänger und Manneskraft damit beschäftigt die jährliche Sperrmüllabholung vorzubereiten. Alles wurde ordentlich sortiert und auseinander geschraubt, sodass die fleißigen Arbeiter der Müllabfuhr alles problemlos einladen können. Nachdem nun alles abholbereit an der Straße steht, ist in unserer Scheune wieder erstaunlich viel Luft geworden. Toll wenn man nach schweißtreibender Arbeit so eine merkliche Veränderung sieht.

Leider gab es an unserer Katzenfront einen kleinen Rückschlag. Nachdem sich alle Kitten von ihren Zieperlein ganz gut erholt hatten und fleißig gewachsen sind, zeigte sich, dass sich ein kleiner Roter leider nicht zufriedenstellend entwickelt. Er scheint körperlich und geistig hinter seinen Geschwistern zurückzubleiben. Zwar darf er, genau wie seine Geschwisterchen, noch an Mamas "Milchbar" aber zieht dort oft den kürzeren. Während seine Geschwister sich den Bauch am zusätzlich gereichten Kittenfutter vollschlagen, scheint der kleine Matz nicht zu verstehen, wie das Futter aus dem Napf in sein Mäulchen kommen soll. Wir füttern ihn nun alle paar Stunden mit der Spritze. Das scheint ihm jedenfalls gut zu gefallen, denn er kaut fröhlich auf der Spritze herum. Es ist zwar ein enormer zeitlicher Aufwand, aber für den kleinen Wurm machen wir es wirklich gern.

 

08.09.2021

Mit gleich vier jungen Katzen an Bord startete der Motor des Tierheimautos. Zum gleichen Zeitpunkt versiegte das Schnurrkonzert im hinteren Teil des Fahrzeugs und Katzenjammer wurde kundgetan. Ziel der Fahrt war die Tierarztpraxis. Zu allererst wurde die hübsche schwarze Thalia gründlich untersucht und konnte dann ihre zweite Impfung empfangen. Im Anschluss wurde die kleine Liczi untersucht und geröngt. Ihr Beinbruch war schon sehr gut verheilt. Noch eine Woche muss die kleine Mieze Boxenruhe halten, ehe sie wieder zu ihren Geschwistern in das großzügige Katzenhaus ziehen darf. Und dann verabschiedeten wir uns von Faleena und Victoria, da die beiden kastriert werden sollten. Besonders Annett, die die beiden Schwestern mit der Flasche großgezogen hat, bangte um "ihre" Kätzchen. Doch schon ein paar Stunden später durften wir Schnurrprinzessinnen wieder abholen. Sie waren zwar noch etwas taumelig auf den Pfötchen aber das ging rasch vorüber.

 

07.09.2021

Heute durfte wieder ein Stubentiger Adieu sagen. Katerchen Altea war so neugierig, dass er von ganz alleine in die Transportbox hineinkrabbelte. Über solche Kleinigkeiten freuen wir uns als Tierpfleger ungemein, es erleichtert einfach den Alltag. Hach, wenn doch alle so unkompliziert wären. Altea brauchte auch gar nicht lange in seiner Entdeckerfreude eingebremst werden, denn schon nach ca 10 Minuten waren wir angekommen. Der rote Kater ist nun ein offizieller Einwohner von Großröhrsdorf. Wir fanden eine interessant verwinkelte Wohnung vor, denn durch den Anbau verlief der Flur nicht wie gewöhnlich schnurgerade, sondern über Treppchen. Das wird für Altea sicher auch etwas besonderes. In reiner Wohnungshaltung darf er künftig mit seiner Familie und der ebenfalls noch jungen Katze Lilly den Alltag genießen. 

Altea startete seinen Erkundungsdrang im Wohnzimmer, immer mit langem Giraffenhals voraus und mit seinem Stimmchen kommentiert. Der jüngste Sproß der Familie hatte einen Heidenspaß, aus seinem Bällebad die bunten Kullern hinausspringen zu lassen, die wiederum Alteas Aufmerksamkeit weckten. So machte es doch gleich doppelt Freude. Durch die Glastür konnten sich die beiden Katzen schon einmal anschauen, ein direktes Kennenlernen erfolgt allerdings erst am nächsten Tag. Die Familie wollte nichts überstürzen und Altea zunächst in Ruhe ankommen lassen. Er bekam außerdem eine Kuscheldecke, welche nach Katze Lilly schnuppert. Am darauffolgenden Morgen sollte diese dann zu Lilly zurückgelegt werden, damit sie sich auch an Alteas Geruch gewöhnen kann. Noch war allerdings nicht an hinlegen zu denken. Altea stiefelte aufs Fensterbrett, auf Sofa und Tisch und erklomm einen der Schränke. Alles ist ihm erlaubt. Als nächstes machte sich bei dem Fellnäschen der Appetit bemerkbar. Das Katerchen musste doch schließlich wissen, ob er auch mit der Verköstigung zufrieden sein konnte. Und ja, es sah eindeutig danach aus. Im Nu war das Tellerchen leergeputzt. Satt und glücklich wirkte Altea. Sein neues Frauchen erläuterte uns noch, dass er bald, wenn er kastriert werden muss, auch gleich gechippt wird. Ja, Sie lesen richtig. Gerade WEIL er Wohnungskatze ist, bekommt er einen Chip. Das hat Frauchen absolut richtig erkannt. Wie oft melden sich Besitzer, denen ihre Katze aus Versehen aus dem Fenster entfleucht oder durch die Tür gehuscht ist. Wenn diese dann gechippt und natürlich auch registriert wurde, können Besitzer und Katze viel schneller wieder zusammenfinden. 

 

06.09.2021

Mamma Mietz protestierte, als sie in die Transportbox sollte. Dass es ihr ersehnter Weg ins Glück war, begriff die hübsche dreifarbige Katze noch nicht. Zu sehr wurde sie in ihrer Vergangenheit leider von manchen Menschen enttäuscht. Nach der kurzen Fahrt ins Haselbachtal war Mamma Mietz froh, endlich die Box wieder verlassen zu dürfen. Ihr neuer Wohnsitz ist ein schönes großes Haus, welches auf mehreren Etagen genug Raum mit genügend Verstecken und Kuschelplätzen bietet. Sie zog es allerdings vor, hinter einem Hocker am Fenster aus sicherer Entfernung unserem Gespräch zu lauschen. Die zarte Samtpfote verkroch sich jedoch nicht panisch, sie genoß einfach die Deckung sowie die Aussicht nach draußen. Wenn sie sich entsprechend eingewöhnt hat, kann sie ihr Herrschaftsgebiet außerhalb der vier Wände nach Herzenslust erkunden. Das Haus steht ruhig in zweiter Reihe und dahinter befinden sich nur Felder und weitere Grünflächen. Wahrlich idyllisch, ruhig und absolut Freigängertauglich.

 

04./05.09.2021

Heute hatte Zoe das große Los gezogen und fand ihr eigenes Körbchen in einem tollen Zuhause. Vor allem ist sie nicht alleine, sondern ein ehemaliger Schützling von uns wird ihr das Einleben hoffentlich um einiges erleichtern können. In einem Ortsteil von Radeberg, ländlich und wirklich ruhig gelegen, kann sich Zoe langsam an das Zusammenleben mit den Menschen gewöhnen. Wie abgelegen es ist, beweist Josis Schilderung der Fahrt: Irgendwie hatte ich die Straßenkreuzung übersehen, denn für mich sah es wie eine Grundstückseinfahrt aus. Also nochmal zurück und dann sah ich das Straßenschild. Ziemlich eng war der Weg, der dann eine leichte Biegung machte. Komisch, da stand aber nun ein anderer Straßenname dran. Und nun? Geradeaus? Das ist doch nur ein Feldweg??? Aber da kamen zum Glück schon Herrchen und Rüde Perdito, die Zoe bereits erwarteten. Also wurde das Tierheimauto kurzerhand am "Feldweg" geparkt, der, wie sich nun herausstellte, die Auffahrt zu dem riesigen Grundstück war. Vor und hinter dem Haus befinden sich Wiesen, auf der anderen Seite grenzt das Grundstück an eine große Pferdekoppel an. Ein Traum, wie wir es uns für Zoe nicht besser hätten vorstellen können. Die Hündin durfte ja leider in ihrem bisherigen Leben noch nicht viel von der Zivilisation kennenlernen. Zusammen gingen wir zum Haus, alles verlief bestens. Nur als Zoe dann auch noch hinein ging, schien Perdito eingeschnappt zu sein. Er blieb draußen stehen und überlegte scheinbar, warum die Menschen mit der Hündin in sein Haus gehen?! Dann verkroch er sich auf die Couch und schmollte stillschweigend vor sich hin. Nur als Zoe einmal kurz ihr Näschen auf eben jene Sitzgelegenheit legte, maulte Perdito kurz. Er schien von seiner Rolle als großer Bruder noch nicht ganz überzeugt. Draußen ja, aber drinnen wollte er wohl seine Ruhe. Zoe ließ ihn einfach links liegen, sie hatte ja anderes zu tun. An allem war sie interessiert und wir sahen ihr an, dass sie sich am liebsten zerteilt hätte, um überall gleichzeitig sein zu können. Das Grundstück ist komplett und sicher eingezäunt, somit bekam Zoe eine 15m- Schleppleine an und durfte selbständig erkunden. So viel Neues wartet auf sie, wir sind mit ihr gespannt.

 

03.09.2021

Am späten Nachmittag brachte uns eine Freundin des Tierheims reichlich Spenden aus den Spendenboxen, die in den Einkaufsmärkten in Radeberg aufgestellt sind. Das Auto war proppenvoll und wir hatten zu tun, all das Futter in die Scheune zu verfrachten. Von dort aus wurde erst einmal sortiert, gestapelt und eingeräumt, was gut zwei Stunden in Anspruch nahm. Ziemlich zeitgleich hatten wir Besuch von einem Handwerker, der die Wasseruhren des Tierheims ausgewechselt hat. Außerdem durfte heute Katze Mietzi aus der Katzenquarantäne in eines unserer Vermittlungshäuser umziehen. Weder von uns noch von den anderen Katzen wollte sie etwas wissen und verkroch sich erst einmal. Bei dieser Gelegenheit nahmen wir uns etwas Zeit, um die Katzen zu beobachten. Es bahnte sich bereits eine Weile an, doch heute war der Knoten bei Katze Sarah geplatzt. Sie näherte sich uns neugierig, roch an der Hand und lies sich kraulen. Leises Schnurren und Miauen inklusive. Natürlich ist sie immer noch sehr schreckhaft, aber mit diesen enormen Fortschritten in so kurzer Zeit haben wir nicht gerechnet. Es ist einfach wundervoll, wenn eine ängstliche Katze einem so viel Vertrauen entgegen bringt.

 

02.09.2021

Nur schlechte Nachrichten gehen mit diesem Tag einher. Wir mussten uns von Marius verabschieden. Über 10 Jahre war der Eber fester Bestandteil des Tierheims und täglicher Begleiter. Zuletzt hatte Marius immer mehr Probleme mit dem Aufstehen, die Kraft in den Hinterbeinen zu halten. Er robbte sich mehr vorwärts. Es war ein Trauerspiel. Schmerzmittel halfen ihm nicht mehr und so trafen wir letztlich die schwere Entscheidung und erlösten ihn. Sein Übertritt war friedlich und reibungslos, und wir erwiesen ihm die letzte Ehre.

Nun standen wir aber vor einer logistischen Herausforderung, denn auch mit vereinten Kräften hätten wir Marius nicht bewegen können. Bereits im Vorfeld hatten wir eine Ortsbegehung bei uns mit einer Kranfirma, die uns ein sehr gutes Angebot unterbreitet hat, um Marius nach draußen zu transportieren.

Gegen Mittag waren wir dann mit Nao in der Tierarztpraxis zum röngten. Das seufzen der Tierärztin verhieß nichts Gutes. In aller Ruhe erklärte sie uns, was auf den Röntgenbildern zu sehen war. Aller Warscheinlichkeit nach leidet Nao an einem Osteosarkom, einem Knochtumor. Behandlungsmöglichkeiten wäre Amputation und Bestrahlung. Da dieser agressive Tumor aber immer in die Lunge streut, würde diese enorme Eingriff nur Zeit schinden. Die Prognose ist denkbar schlecht, denn es handelt sich nur noch um Wochen. Wir entschieden, Nao nicht mehr zu vermitteln. Mehrmals täglich bekommt sie nun starke Schmerzmitteln. Sie darf bei ihren Kumpels bleiben, Wiese und Sonne genießen, bis wir mit ihr gemeinsam den letzten Weg gehen werden.  Wirklich ein sehr trauriger Tag.

 

01.09.2021

Der neue Monat bescherte uns gleich reichlich Arbeit in Form unserer Tierarztvisite. An der Zahl 21 Katzen wurden geimpft. Zu unserem Glück ergab die vorangegangene Untersuchung bei keiner einzigen Samtpfote eine Auffälligkeit. Doch aufatmen war trotzdem nicht angesagt. Kater Dieter mit den vernarbten Ohrmuscheln hatte mysteriöse offene Wunden am Kopf. Vielleicht ist Maliny doch ansteckend? Diesbezüglich konnte die Tierärztin uns beruhigen. Die Stellen an denen die Wunden sind sein typisch für ein allergisches Geschehen und wir begannen sogleich mit der Fütterung von hypoallergenem Futter. Sollte dieser Ansatz nicht reichen, muss er künftig wohl noch Tabletten bekommen.

Weiter ging es mit den Hunden. Natürlich wurden alle neuen Näschen gründlich untersucht und hier gibt es einigen Handlungsbedarf. Baltasar hat leider eine Ohrenentzündung und bekommt nun eine Woche lang Ohrentropfen. Everest hat auf der Kruppen eine Umfangsvermehrung die höchstvermutlich ein Lipom ist. Außerdem hat er einen schorfigen Nasenspiegel, was auf eine Schilddrüsenunterfunktion hindeuten könnte. Um das abzuklären, haben wir dem tapferen Kerl Blut abgenommen. Ebenfalls Blut abgegeben hat unsere einzige Dame in der Runde Cleo. Die Hündin hat leider auf einer Seite einen Milchleistentumor, einen Lidrandtumor und einen ganz fies abgebrochenen Eckzahn. Und auch Lache hat einen fast komplett abgebrochenen Eckzahn. Die beiden Senioren Rin und Patrik haben ebenfalls beide Blut abgenommen bekommen und leider müssen auch die Beiden dringend zur Zahnsanierung. Lediglich bei dem verschmusten Amir gab es absolut nichts zu beanstanden. Da unsere liebe Nao seit geraumer Zeit humpelt vereinbarten wir gleich für den nächsten Tag einen Termin zum Röntgen. Da scheint irgendwas im argen zu liegen, was wir abklären möchten.

 

31.08.2021

Um Maliny kreisten unsere Gedanken immer noch. Auch die neuerliche Untersuchung brachte keine neuen Erkenntnisse. Allerdings erschien dem Tierarzt die Fistel schon kleiner zu werden, darum lautete die Empfehlung, abzuwarten, ob es sich nicht doch wieder von alleine gibt. Nach einer Weile erfolgt die Kontrolle, wie die Heilung der armen mysteriös geplagten Miez voranschreitet.

Cinderella indes, die Katze aus dem verlassenen Schloß, konnte ihre Kastrationsfäden gezogen bekommen. Sie verhielt sich zwar nicht ganz so prinzessinenhaft, aber nahm uns die Prozedur nicht übel. Sie schmuste danach gleich wieder.  

 

30.08.2021

Vier Monate wartete der verspielte Junghund Micutsu, bis auch er für immer die Tierheimtore hinter sich lassen konnte. Der Rüde zog zu einer "alten Bekannten" von uns. Spiel- und Lerngefährtin ist fortan die große Hündin Bedelia, welche wir im April vorigen Jahres vermitteln konnten. Nach einer ruhigen Fahrt wurden wir schon in Radeberg vor dem Haus erwartet. Um Entspannung zu schaffen, sind wir zunächst eine Runde spazieren gegangen. Bedelia hat Micu ihre Heimat gezeigt. Die Hundetrainerin vpn Bedelia war mit anwesend, so dass wir uns auch gleich ein Bild von ihr machen konnten und ins Gespräch kamen. Wieder zurück am Haus gingen wir in den Garten, wo Micutsu in typischer Rüdenmanier alles als "seins" markieren musste. Bedelia hat ihn dann mal daran erinnert, dass sie auch noch da ist und gern spielen möchte. "Überredet", dachte er sich wahrscheinlich und ließ sich hinreißen. Fertig mit Spielen, musste natürlich noch zusammen mit dem neuen Papa und Bedelia gekuschelt werden. Als gerade ein anderer Vierbeiner am Zaun vorbei lief, nutzten wir die Verwirrung und stibitzten uns davon. 

 

28./29.08.2021

Es stellen sich vor: Paul und Maxi. Dies sind unsere neuesten Bewohner. Das Wellensittich- Pärchen wurde bei uns abgegeben, weil sich die Besitzerin laut Aussage nicht mehr darum kümmern könne. In einem Käfig, max. 60x60 cm, waren sie untergebracht, noch zusätzlich versehen mit platzraubendem Schnickschnack wie Spiegel und Plastevogel. Ein Freiflug wurde auch nicht erwähnt. Klingt so, als hätten es die Wellis vorläufig in unserer Voliere eindeutig besser. Wir dachten, wir hören nicht richtig, als sich die Frau statt dessen nach den Meerschweinchen erkundigte. Wie jetzt? Wellensittiche weg, dafür Meerlis her und wenn diese auch nicht passen, dann wird ein anderes Lebewesen angeschafft? Sind wir hier etwa in einer Plüschtier- Fabrik, mit "Tieren" ohne Gefühle und Seele? Unsere Bestürzung darüber können wir gar nicht richtig in Worte fassen.

 

27.08.2021

Das unablässige Regenwetter hat heute niemandem aus dem Haus getrieben, zumindest nicht länger als nötig. Wir verlagerten also unser Tätigkeitsfeld nach drinen. Die Futterlager in der Scheune wurden ordentlich sortiert und aufgestapelt, Brot und Brötchen zum trocknen ausgebreitet, unser Trödelmarkt wurde noch einmal gesichtet und neu fotografiert und die Katzenhäuser ausgeräumt gereinigt und neu bestückt. Im Zuge dessen kam natürlich auch reichlich Wäsche zusammen, die gewaschen und aufgehangen werden wollte. Am Nachmittag unterbrachen wir dann unsere Arbeit, um die zwischenzeitlich eingetroffenen Pakete und Sachspenden auszuräumen und an den dafür vorgesehen Platz zu räumen. Eine witzige Begebenheit trug sich noch zu, als es gerade wieder begann wie aus Kübeln zu regnen, wollte sich Ramona wie immer in ihr trockenes Körbchen legen. Doch dort hatten wir zuvor vier dicke Kuschelkissen gestapelt. Ramona hat das nicht sonderlich gestört und so lag sie wie eine Prinzessin auf ihrem weichen hohen Thron. Wir mussten sehr über dieses Bild lachen.

 

26.08.2021

Der kleine abgegebene Junghund Linus bekommt derzeit eine Sozialisation im Tierheim Stil: egal ob Hunde, Katzen, Schafe oder Frettchen. Und auch außerhalb des Tierheims erscheint die Welt in bunten Farben: Autofahren, an verschiedenen Orten Gassi gehen, egal ob Fernseher oder bodentiefer Spiegel - alles will einmal kennengelernt und erlebt werden. Mit der Stubenreinheit klappt es schon ganz gut wobei Knirps Linus bei Regen gar nicht nach draußen möchte. Doch auch dafür gibt es eine Lösung. Bei einer rasch im Tierheim organisierte "Modenschau" für den kleinen Mann, wurde das passende Beinkleid für Unwetter gefunden. Für Linus war es der reinste Spaß!

Neuigkeiten gab es vom Tierarzt: die Ergebnisse von Samtpfötchen Malinys CT waren da, ergaben aber keine eindeutige Ursache für die Fisteln am Kopf. Nach einem eingehenden Gespräch mit dem Tierarzt vereinbarten wir, dass die arme Anfang der Woche noch einmal untersucht wird und dann ggf. eine Biopsie entnommen wird, um herauszubekommen, mit was wir es zu tun haben. Es bleibt also Ungewiss was ihr fehlt.

 

25.08.2021

Nach den positiven Nachrichten erfolgt leider wieder eine Negativ- Schlagzeile: Hündin Nao musste zurück.

Wir merkten dem Herrn an, dass ihm die Rückgabe schwer fiel, aber nach voriger Zustimmung des Büroteams kam plötzlich ein Widerspruch. Nao dürfe nicht mehr mit auf Arbeit. Vielleicht war die Hündin anfangs ein wenig unruhig, aber unserer Meinung nach ist das mehr als verständlich. Kein Hund kann sofort per Knopfdruck funktionieren. Eine Woche oder zwei hätten als Eingewöhnung bestimmt gereicht. Aber da kann man nichts machen. Nun ist sie wieder in ihrem "alten" Rudel. Sie war zum Glück nicht lange vermittelt, so dass die Umstellung für sie und ihre Hundekumpels den Umständen entsprechend recht leicht fiel.

 

24.08.2021

Wie sehr haben wir uns für Yusti endlich ein schönes und bleibendes Zuhause gewünscht. Nach mehrmaligen Besuchen war der Zeitpunkt gekommen, dass wir den Rüden zu einer Familie nach Sebnitz vermitteln konnten. Die neuen Rudelführer holten sich vorab Tipps von einem Hundetrainer. Aufgeregter als der Rüde zeigte sich das neue Herrchen und war natürlich total glücklich. Er zeigte Yusti das Grundstück, was sich am Rande der Stadt in ruhiger Hanglage befindet. Es ist sicher eingezäunt, und es wurde darauf geachtet, dass Yusti wegen seiner Arthrose den Garten gefahrlos nutzen kann. Er bekam ein Begrüßungsleckerchen und fühle sich sichtlich wohl. Machs gut, du Schmusebacke. Wir wünschen allen eine lange gemeinsame und glückliche Zukunft. 

 

23.08.2021

Ein Mann rief an, er müsse einen Rehpinscher, ein halbes Jahr alt, wieder abgeben. Er hatte ihn für seine Schwester bei einem Züchter gekauft, aber sie kam mit ihm nicht zurecht. Zum vereinbarten Abgabetermin sahen wir einen kleinen Mischling vor uns, der eher ein Chihuahua- Mix zu sein scheint. Der Mann meinte, er hat den Züchter wohl auf ebay entdeckt und er schien ihm seriös. Aha, so seriös, dass der Kleine weder gechippt ist, noch Papiere hat, noch dass der Züchter ihn zurück nehmen wollte. Und dass man den Welpen beim besten Willen keinen Zwerg- bzw Rehpinscher andichten kann. Naja, diese bedauernswerte "unüberlegte Anschaffung" war laut Angaben im Impfausweis erst 4 Monate. Der Winzling bezog vorerst den kleinen Büroauslauf, den sonst unsere Nager oder Bürokatzen genutzt hatten. Überall anders wäre der Zaun nicht vertrauenswürdig genug für den Zwergi. Wie ein kleines Häufchen Elend hängt der Rüde, den wir Linus tauften, auf der Decke, winselt und versteht die Welt nicht mehr. Klar, dass wir den Kleinen mit auf Pflege nach Hause nahmen. Dort taute er relativ schnell auf, zeigte sich jedoch schnell sehr anhänglich. Kein Wunder, nach den bisherigen Erfahrungen, gerade in seiner Prägephase. Wir versuchen, ihm alle Liebe und Stabilität zu geben, die er braucht.  

 

21./22.08.2021

Nach erfolgter erster OP und Wundheilung konnte heute Nao umziehen. Es ist zwar noch nicht alles überstanden, Nao hat ihre zweite OP (die andere Mammaleiste) noch vor sich, aber diese ist erst Mitte September. Bis dahin wollten wir der Hündin logischerweise nicht das Glück vom eigenen Zuhause vorenthalten. Am Rand von Pirna angekommen, war Nao doch ziemlich aufgeregt. Das Treppenhaus war ihr anfangs suspekt. Bis sie Herrchen sah, dann meisterte sie plötzlich den Treppenabsatz ganz ohne Scheu. Neugierig und immer noch nervös erkundete sie die Wohnung. Obwohl diese gemütlich eingerichtet war, konnte Nao noch nicht wirklich entspannen. Es war schließlich alles ungewohnt und keine anderen Hunde mehr da. Herrchen verteilte Streicheleinheiten und Leckerlies, damit brachte er Naos Eis zum Schmelzen. Sie schaute unserem Mario beim Abschied auch kein bißchen nach, so zufrieden war sie mit ihrem neuen Zuhause. Fußläufig befinden sich jede Menge Grünflächen und Wald, auf Arbeit darf sie auch mit. Das ist doch wirklich hervorragend und wir freuen uns mit ihr.  

 

20.08.2021

In voller Mannstärke standen wir parat, als der große Transporter der Tierhilfe Hoffnung auf unseren Hof fuhr. Mit geübten Handgriffen hoben immer zwei Leute die großen Transportboxen aus dem Auto, zwei weitere öffneten die Boxen, leinte die Hunde an und führten sie ins Gehege. Alle leeren Boxen wurden gleich zusammengelegt und wieder in den Transporter gestellt. Die acht Hunde machten gut mit, nur Everest bewegte sich in etwa so schnell, wie der Berg im Jahr wächst, sodass wir ihn ins Gehege getragen haben. Und auch Rin hatte offenbar so viel Angst vor der fremden Umgebung, dass er getragen wurde. Kein Wunder, verbrachte er doch die letzten sieben Jahre in der Smeura. Amir mausterte sich schnell zum Publikumsmagnet, wedelte freundlich, verteilte hier und da Küsschen. Und auch Lache zeigte sich offen und zugänglich. Erst nach und nach traute sich Baltasar zu uns und holte sich ebenfalls Streicheleinheiten ab. Boris machte sich unsichtbar, legte sich im Haus in ein Körbchen und bewegte sich keinen Millimeter. Gesellschaft bekam er von Rin, dem das auch alles viel zu aufregend war. Cleo und Patrik hielten sich vornehm im Hintergrund auf und wollten nichts von uns wissen. Wir sind guter Dinge, dass sich dies bald ändert. Nachdem der Transporter seine Reise fortgesetzt hatte, nahmen wir uns wie immer Zeit für die Hunde. Die Microchips wurden ausgelesen, die Schulterhöhe gemessen und rasch das Gewicht gewogen. Und natürlich wurde ganz viel gekrault.

 

19.08.2021

Heute hatten wir einen Termin in der Tierklinik. Zum einen fuhr Katze Cinderella mit, die ihre beiden Jungtiere in einem Schloss zur Welt gebracht hatte. Leider wollte sie die Kitten nach ihrer Ankunft im Tierheim nicht mehr annehmen, weswegen sie nun bei Josi zuhause gepflegt werden. Cinderella sollte in der Klinik kastriert werden. Ebenso mitgefahren war Maliny. Nach Ihrer kürzlichen Zahnsanierung ging es ihr augenscheinlich besser, doch dieser Schein trügte. Nach ein paar Tagen hatte sie wieder offene Stellen im Gesicht und an der Kehle, obwohl sie allein in einer Quarantänebox sahs. Als Grund für die Fisteln wird nun ein Fremdkörper oder ein abgestrobenes Knochenstück im Gesicht vermutet. Um dies diagnostisch abzusichern muss die liebe Miez ins CT. Keine ganz billige Angelegenheit, aber der armen Maliny muss geholfen werden. Wir sind gespannt, was die Ursache für dieses mysteriöse geschehen ist.

 

18.08.2021

Eine liebe Familie, die unseren Tierschutzverein gern unterstützt, wann immer sie kann, brachte uns einige Säcke voller Heu. Da ihr Grundstück groß genug ist, wäre es doch schade, es einfach ungenutzt zu lassen. Dem stimmen wir zu und bedanken uns sehr herzlich. Unsere Nager und Schafe werden sich über die naturbelassene Aufmerksamkeit garantiert freuen.

 

17.08.2021

Jeder erhält seine zweite Chance. So auch Rüde Chappi. Dafür, dass er ein klein wenig aufgeregt war, blieb er die 30 minütige Fahrt über doch relativ ruhig. Bei der Ankunft freute sich Chappi über die Familie, die er durch mehrere Besuche und gemeinsame Spaziergänge bereits gut kennenlernen durfte. Die Wohnung bietet viele Plätze zum Liegen und sich wohlfühlen. Chappi zeigte sich auch gleich entspannt, an dem Begrüßungsnaschi hatte er aber noch kein Interesse. Während der Vertragsausfertigung legte sich der Rüde neben den Tisch und nach einer Weile hörte man ihn leise schnarchen. Im Gegensatz zu seinem vorigen Vermittlungsversuch gibt es hier kein Grundstück, dass er eventuell versuchen würde, zu verteidigen. Damit er auch in der Wohnung nicht Gefahr läuft, den Wachposten einzunehmen, gaben wir jede Menge Tipps mit auf den Weg, die aufmerksam und dankbar angenommen wurden. Chappi, machs gut und nutze deine tolle Chance.

 

16.08.2021

Heute fuhr unser Tierheimauto ohne ein Tier an Bord. Grund der Reise waren nämlich Besorgungen: Eins der Päppelkatzen vom 03.08. fraß immer noch mega schlecht. Einzig und allein bei bestimmten Fischsorten und Katzenmilch konnte es zum selber fressen animiert werden. Leider hatten wir beides nicht mehr vorrätig. Also führte uns unser Weg in den nächstgelegenen Fressnapf- Markt nach Radeberg. Von diesem Futter ein bißchen, von jenem ein bißchen, in der Hoffnung, dass wir des Kätzchens Geschmack treffen. Die bevorzugten Marken wussten wir, aber die Details? Denn Fisch ist ja nicht gleich Fisch: Thunfisch oder Sardine? Lachs oder Forelle? Also kauften wir eine bunte Mischung. Katzenstreu mussten wir auch 2 Säcke kaufen, da im Tierheim inzwischen alle Reserven aufgebraucht waren. So kamen wir auf über 70 EUR, die wir aber gerne ausgegeben haben für das Wohl der Katzen, insbesondere des Winzlings. Lieber mehrere Sorten anbieten als gar nichts fressen, lautet die Devise. Zurück im Tierheim, bewies sich die Auswahl erst einmal als geglückt: Hurra, das Kätzchen ging selbständig an den Napf. Na prima. Nun muss nur noch der olle Durchfall aufhören, damit es auch an Gewicht und Energie zunimmt.

 

14./15.08.2021

Da die angrenzenden Felder inzwischen abgemäht wurden, konnten wir das Wochenende dazu nutzen, den alten Rasenschnitt unserer Schafweiden auf dem Acker zu verteilen, damit es mit umgepflügt werden kann. Das gibt schönen und vor allem hundertprozentig natürlichen Dünger. Um unseren Komposthaufen ebenfalls umzusetzen, suchen wir noch helfende Hände. Bitte hierfür gern per Mail oder Telefon Kontakt aufnehmen.

Von den Katzen gibt es auch etwas Neues: Mijou ist bis jetzt auf einem guten Weg. Die Katze, die immer die Kleinste von allen 9 Katzenkindern war, hat am Wochenende auch endlich die 1- Kilo- Marke geknackt. Wir bleiben weiter hoffnungsvoll und kümmern uns gut um sie und all die anderen. 

 

13.08.2021

Freitag, der 13. ist doch nur für abergläubische Menschen ein ungünstiges Omen. Wir haben die gute Nachricht, dass uns wieder viele Spenden aus den umliegenden Einkaufsmärkten erreichten. Wir möchten uns ganz doll bei allen bedanken. Eine einzige Sorge betrübt uns dennoch, denn bei den vielen Katzenkindern reichen unsere Bestände an Kitten-Nassfutter wirklich nicht lange. Wenn Sie uns ein wenig aushelfen könnten (siehe "Wunschzettel"), wäre das eine riesen Freude und eine große Entlastung. Im Voraus unseren herzlichsten Dank dafür.

 

12.08.2021

Gerade waren sie noch Foto der Woche, nun haben sie schon ein neues Zuhause. Die Rede ist von den beiden Kaninchenmädels Maria und Marta. Eine nette Familie aus Zwickau kontaktierte uns, auf der Suche nach einem Partner für ihren einsamen kastrierten Rammler. Nach dem obligatorischen persönlichen kennenlernen im Tierheim, vereinbarten wir zeitnah einen Vermittlungstermin, damit Mümmelmann Klopfer nicht unnötig lang allein bleiben muss. Das bekanntmachen der Kaninchen fand auf neutralem Terrain im Garten statt und verlief äußerst positiv. Gemeinsames Grünzeug mümmeln veranlasste die Vierbeiner zum ein oder anderen Freudensprung. Alles in allem eine gelungene Vergesellschaftung und eine wunderbare Vermittlung. Wir sind entzückt!

 

11.08.2021

Auch in dieser Woche hatten wir eine kleine außerplamäßige Tierarztvisite. Nachdem sich die kleine Mieze Thalia von ihrem Durchfall erholt hat, konnte sie diese Woche auch ihren ersten Pieks bekommen. Die schwarze Mieze ist wirklich zauberhaft, schnurrte ununterbrochen und merkte von der eigentlichen Spritze gar nichts. Maliny hatte ihre Zahn-OP gut überstanden und auch der Heilungsprozess scheint nun endlich auf dem besten Weg. Dennoch muss sie die nächsten Tage noch Antibiotika nehmen, um der Infektion entgegen zu wirken. Auch die abklingenden Durchfälle von Gagis sieben Babys stimmten die Veterinärin positiv. Jedoch geht es unseren Schnupfenkätzchen wieder schlechter. Zwei der Kitten hatten wieder Fieber und Durchfall. Es half nichts, wir mussten ihnen wieder mit der Spritze zu leibe rücken. Josis kleine Päppelbabys bekamen auch noch einmal eine Spritze und langsam scheint der abwärtstrend im Gewicht sich zu stabilsieren. Erstmalig seit ihrer Ankunft hatte das kleine Baby 40g zugenommen. Und auch das erste feste Würstchen haben wir wie einen runden Geburtstag gefeiert. Trotzdem ist die Lage noch lange nicht entspannt. Noch immer frisst es nicht selbstständig und muss zwangsernährt werden, was die Pflege zu einem 24 Stunden Job macht. Zu guter letzt haben wir uns unseren Schweinemann Marius angeschaut. Er hat immer öfter Schwierigkeiten aufzustehen, sodass wir überein gekommen sind, ihm vorerst Schmerzmittel in einer leckeren Semmel zu verabreichen. Hoffentlich lindert das seine Beschwerden.

 

10.08.2021

Gerade mal 10 Minuten dauerte die Fahrt bis Sunny und Luna in ihrem neuen Zuhause angekommen waren. Bis dahin unterhielten uns die Katzen jedoch mit unablässigen miauen. Erst als sich die Transportbox wieder öffnete verstummten Beide. Die bescheidene Doppelhaushälfte bietet allerhand Versteckmöglichkeiten und Nieschen zum erkunden für die beiden älteren Miezen. Futter war bereits vorbereitet doch Sunny sowie Luna mussten erst einmal alles erkunden und sich nebenbei immer wieder Streicheleinheiten abholen. Ihr neues Herrchen hatte bereits 2006 einen Kater aus unserem Tierheim übernommen, der nun nach vielen Jahren leider einer chronischen Erkankung erlegen ist. Man merkte ihm an, wie sehr er noch immer an seinem Kater hing und dennoch froh war, mit Sunny und Luna wieder mehr Leben im Haus zu haben. Wir freuen uns besonders für die Beiden, da sie bereits ihr Leben lang zusammen verbracht haben und dies auch weiter können.

 

09.08.2021

Nachdem die kleine Liczi medizinisch versorgt wurde und nun strenge Bettruhe halten muss, war heute Liczi's Mama Maliny Patient in der Klinik. Leider verheilt die alte Bissverletzung in ihrem hübschen Gesicht nicht wirklich. Trotz Antibiotikatherapie und regelmäßigen spülen der Wunde sammelt sich immer wieder frischer Eiter. Unsere Tierärztin hat nun die Vermutung gehabt, dass es sich womöglich nicht nur ausschließlich eine Bissverletzung von außen handeln muss, sondern, dass auf der selbe Seite ein oller Zahn in die selbe Richtung einen Fistelkanal gebildet hat und der Eiter von dem Zahn kommt. Maliny musste also ganz ohne Frühstück "adieu" zu ihren Kindern sagen, ehe sie sich auf den Weg zu ihrem Zahnarzttermin machte. Der Eingriff war schnell erledigt, Maliny wieder munter als wäre nie etwas gewesen. Das schlimmste für die Katze war eigentlich, dass sie nichts essen durfte. Wir hoffen, sie kann uns diesen Affront nachsehen. ;-)

 

07./08.08.2021

Früh entdeckten wir beim Füttern, dass eines der Kinder von Maliny kaum laufen kann. Es handelt sich um das schwarz-weiße Katzenmädchen Liczi. Sie scheint sich über Nacht ein stumpfes Trauma zugezogen zu haben, ihr Beinchen scheint gebrochen. Wer weiß, vielleicht ist sie aus großer Höhe (vom Kratzbaum etc.) gesprungen, aber das können wir nur vermuten. Die ganze Wahrheit kennt allein Liczi. Wir haben sie jedenfalls erst einmal separiert. In der Quarantäne kann sie weder hoch hinaus noch ist sie der Verlockung ausgesetzt, mit den anderen zu toben. Somit kann sie sich ausruhen, was dringend angeraten ist. Unterstützend bekommt sie Schmerzmittel. Zum Glück kooperiert sie gut und zeigt sich aufgeschlossen und verschmust wie vorher.

 

06.08.2021

Gagi, die verwilderte Mutterkatze, welche vor kurzem kastriert wurde, hat sich vollständig von ihrer Operation erholt. Um ihr ein Leben in Gefangenschaft zu ersparen haben wir mit dem zuständige Mitarbeiter des Ordnungsamtes abgesprochen, dass er sie abholt und wieder in ihrem gewohnten Umfeld in die Freiheit entlässt. Dort hat sie sich in den letzten Jahren schon gut durchgeschlagen. Und jetzt da sie kastriert ist, droht kein weiteres Katzenelend durch ungewollte Vermehrung.

Gagis Platz blieb jedoch nicht lange frei. Die Mutterkatze der zwei schwarz-weißen entkräfteten Jungtiere konnte gesichert werden. Wieder fuhren wir los, auf das schlimmste vorbereitet. Zügig luden wir die Mieze ein und fuhren umgehend zum Tierarzt. Dort erwartete uns jedoch eine positive Überraschung. Optisch frei von Parasiten, hatten sie einen vernünftigen Pflegezustand und ein prall gefülltes Bäuchlein. Die ältere Dame, die sich so um die Katze und ihre Jungtiere bemüht hat, hatte der zarten Katze ein wahres Buffet aufgebaut und die Katze hat es sich offenbar gut schmecken lassen. Beim abtasten konnte die Tierärztin bis zum jetzigen Stand kein Trächtigkeit feststellen - Glück gehabt! Ebenso überrascht waren wir, wie lieb und zugänglich sich die Katze zeigte. Die zarte getigerte Katze bezog also im Tierheim eine Quarantänebox und schleckte auch hier jedes Näpfchen leer, welches ihr angeboten wurde. Natürlich wollte wir ihr die Chance geben, wieder mit ihren Jungtieren vereint zu sein, doch sie zeigte sich sehr ablehnend. Die Würmchen, denen es leider immer noch nicht besser geht, werden also weiterhin die Rundumpflege von Pflegemama Josi in Anspruch nehmen müssen.

 

05.08.2021

Zu unserem Glück machte sich die Tierärztin heute zur Visite auf den Weg ins Tierheim. Den beiden kleinen schwarz-weißen Kätzchen(siehe Was-gestern-geschah 03.08.) ging es wirklich schlecht. Das bescheinigte uns auch die Tierärztin nach gründlicher Untersuchung der Würmchen. Verfloht, unterkühlt, völlig unterernährt und mit Durchfall, waren beide kaum zum selbstständigen Fressen zu animieren. Eines zeigte schon bläuliche Verfärbung der Haut... ohje... Es folgte ein medizinischer Rundumschlag: Infusion, Antibiose, Entwurmung, ect. Und jetzt Zwangsfütterung und hoffen, dass sie überleben. Weiterhin konnten wir sechs Katzen impfen. Kater Dieter(siehe Impfpatenschaft) ließ sich mit etwas Geschick untersuchen. Es stellte sich heraus, dass er nicht wie gedacht eine Faltohrkatze ist, sondern eine Hauskatze, die an beiden Ohren ein Blutohr hatte. Für die sieben Babys von der wilden Katze Gagi haben wir gemeinsam mit der Tierärztin einen Therapieplan erarbeitet, da die Bande trotz aller Bemühungen von Durchfall geplagt wird. Bei der Fütterung, die ohnehin alle zwei Stunden stattfindet, gibt es jetzt selbstgekochtes Möhrenpüree. Das soll den Darm von innen etwas beruhigen. Die Nachkontrolle der Milchleisten-Operation bei Hündin Nao verlief, wie gewünscht, positiv. Alles heilt ordnungsgemäß und ohne Komplikationen ab. Prima! Letzter Patient war Meerschweinchen Maggie. Die junge Dame hat eine unschöne Zahnlücke an den Schneidezähnen. Leider ist das bei Nagetieren kein Schönheitsmakel, sondern könnte sie ein Leben lang beim Fressen behindern. Doch mit etwas Glück und der zusätzlichen Gabe von Vitaminen wächst der Zahn wieder ohne Lücke nach.

 

04.08.2021

Endlich dürfen wir Ihnen, liebe Leser, unsere neue Auszubildende vorstellen: Josephine Nießlein begann am 01. August ihren ersten Ausbildungstag. Schon während Ihres Praktikums zeigte sie reges Interesse und einen liebevollen Umgang mit den Tieren. Vor ihr und uns liegt also eine spannende neue Zeit. Unsere Kategorie Über uns haben wir natürlich deshalb aktualisiert.

 

Einer interessanten Zukunft blicken auch die beiden Wohnungskatzen Babsi und Kaspar entgegen. Von der Fahrt relativ wenig begeistert, waren sie froh, nach einer kurzen Reise in ihrem neuen Zuhause anzukommen. In einer ruhigen Gegend in einem ehemaligen Rittergut befindet sich das Katzenparadies. An den Wänden sind viele Klettermöglichkeiten, an Verstecken mangelt es ebenso nicht. Als sich die Transportbox öffnete, schoss Kaspar heraus, suchte einen Fluchtweg, aber sie beruhigte sich schnell. Sogar sehr schnell. Denn sie ließ sich schon streicheln und schnurrte. Nach einer kleinen Erkundungstour im Wohnzimmer sah sie die beiden riesigen Fenster. Wie super sie hier das bunte Treiben der Vögel beobachten kann. Das Eis war gebrochen. Sie kommentierte alles, wohl auch, um Babsi von den tollen Erlebnissen zu berichten. Diese saß noch immer in der Transportbox und maunzte einfach nur als Antwort zurück. So sehr sich Kasppar auch anstrengte und erzählte, Babsi traute sich nicht heraus. Da mussten wir ein wenig nachhelfen und den Deckel der Transportbox abnehmen. Nachdem Babsi kurz versteinert da saß, huschte sie in die Katzentoilette. Hoffen wir, dass schnell die Neuiger siegt und Babsi sich von Kaspar überreden lässt.

 

03.08.2021

Schon vor Wochen rief uns aufgeregt eine aufmerksame Bürgerin an. Sie sah eine kleine, schmächtige und noch jung wirkende Katze, die in einer Stadt in unserem Landkreis mitten über die Hauptstraße lief, augenscheinlich auf der Suche nach Futter. Bei genauerem Hinsehen erkannte sie die geschwollenen Zitzen. Ach du Schreck, da muss die Kätzin also irgendwo Nachwuchs versteckt haben! Die Frau beobachtete von nun an die Katze genau. Pünktlich wie die Kirchenuhr pendelte sie jeden Tag zwischen verlassenem Schloßgelände und Häusern hin und her. Tja, wo werden nur ihre Kleinen sein? Wie kann man helfen? Eine Nachfrage auf der Gemeindeverwaltung verlief enttäuschend. Da hieß es nur "die kümmern sich" oder "dann nehmen sie doch die Katzen auf und füttern sie". Auch von den Nachbarn erntete sie nur Hohn oder Spott, warum sie sich da einmische. Oder schlimmer noch, die wilden Katzen können ja allerlei Viehzeug mit anschleppen... Mit soviel Unverständnis und Arroganz hatte die Frau nicht gerechnet. Was ist nur aus den Mitmenschen geworden? Auf der Sorge, dass die Katze kein Futter findet, sie und die Kleinen elendig verhungern oder vielleicht noch überfahren werden, rief sie alle möglichen Tierschutzeinrichtungen der Umgebung an. Letztendlich fand sie bei uns Gehör. Viel Hilfe konnten wir in diesem Moment leider auch nicht bieten, da das Schloßgelände nicht öffentlich zugänglich war und somit weder das Suchen der Katzenkinder noch das Aufstellen einer Falle dort ohne weiteres möglich war. Wir gaben aber einige Tipps und boten ihr jederzeit unsere Mithilfe an. Ein weiterer Kontakt mit der Gemeinde, trotz Hintergrundwissen, dass sich ein Tierschutzverein mit engagiert, verlief wieder aussichtslos. Schließlich versprach eine Dame, welche gelegentlich dort Zugang hat, die Augen und Ohren mit offen zu halten. Gemeinsam gelang schließlich nach Tagen ein Erfolg. Die Frau, die sich an uns wandte, bot der Mutterkatze Futter an und die Dame im Schloßgelände konnte beobachten, wohin sie dieses bringt. Natürlich zu ihren Kleinen. Im alten Schloßgebäude war ein Kellerfenster kaputt und da unten hockten sie: 3 Kätzchen an der Zahl, auf kaltem Betonboden, inmitten von altem Putz, Scherben und Müll. Die beiden Frauen begannen also, eine Kiste zu holen und die Kleinen einzusammeln. Ohne Gegenwehr ließen sie sich nacheinander hochnehmen. In der Zwischenzeit jedoch wurden sie von der Muttikatze dabei erwischt und diese folgte ihrem Instinkt und "rettete" das letze kleine Kätzchen. Die zwei Schwächsten wurden von den Frauen geborgen und sie informierten uns. In Windeseile fuhren wir dorthin, aber was wir sahen, machte wenig Hoffnung. Vor uns waren zwei viel zu dünne, schwache Würmchen von etwa 6 Wochen (mit dem Leichtgewicht von etwa 4 Wochen jungen Kätzchen). Nun gilt es, die beiden mit vollem Einsatz aufzupäppeln. Und wie immer in so einem Fall, klappt das nur mit Rundum- Betreuung. Also opfert eine Kollegin wieder ihre Räumlichkeiten, Zeit und Mühe, um diese "ungewollten" Lebewesen durchzubringen. Die beiden Bürgerinnen der Stadt nehmen inzwischen die Suche nach dem restlichen Katzenkind und der Mutti, die übrigens schon wieder mit einem Kater gesehen wurde, auf. Hoffentlich lässt sie sich bald wieder blicken, bevor der nächste ungewollte Nachwuchs vor der Tür steht und ein ähnliches Schicksal erleiden muss.

 

02.08.2021

Hündin Nao, die ja leider - wie vorher schon Opal - auch das Pech hat, dass auf beiden Seiten Milchleistentumore wachsen (siehe "was gestern geschah" vom 23.06.), konnte nun endlich ihre erste OP erfolgreich hinter sich bringen. Der Eingriff dauerte logischerweise eine Weile, aber es verlief alles gut und die Hündin konnte am späten Nachmittag, bekleidet mit Body und Halskragen, ihren Schonplatz in unserer Quarantäne beziehen. Anfangs jammerte sie noch ein wenig über ihre neue Situation, ruhte sich dann aber den Rest des Tages brav aus.

An Ruhe war bei den "Zwergen" Altea, Potatoe, Faleena und Victoria nicht zu denken. Die Kitten sind mittlerweile angeimpft und durften deshalb nun schon gemeinsam in eines unserer Mini- Katzenhäuser umziehen. War das ein Spaß: Viel Platz, eine muntere Gesellschaft an "Halbstarken", es wurde beschnuppert und sich bejagt und gespielt, dass das Zuschauen alleine schon das reinste Vergnügen war. 

 

31.07./01.08.2021

Am Nachmittag standen aufmerksame Bürger vor unserem Tor. In der Hand einen alten Wäschekorb, worin sich eine junge schwarze Katze befand. Das zutrauliche Tierchen hatte sich in ihren Garten des älteren Ehepaars verirrt. Ringsum kannte niemand die Katze und niemand wusste wo sie hingehört. Und so brachten sie die Mieze zu uns. Nun ist wirklich auch die letzte freie Ecke im Tierheim mit Katzen belegt. Das schwarze Miezl verspeiste gierig seine erste Kittennassfutter Portion im Tierheim und fiel dann in tiefen Schlaf. Es war ja auch ein aufregender Tag. Gechippt ist das Kätzchen übrigens nicht.

In letzter Zeit kommt es immer wieder vor, dass uns zutrauliche Fundtiere gebracht werden und niemand meldet einen Verlust an. Das erweckt in uns den Eindruck, dass es sich hierbei um "Corona Anschaffungen" handelt und die nun einfach vor die Tür gesetzt werden. Es ist eine Schande, dass die Leute nicht in der Lage sind, die Verantwortung ihres Handelns bis zum Schluss zu tragen.

 

30.07.2021

Der Katzenstrom reißt nicht ab. Heute haben wir einen großen Kater aufnehmen müssen, der unserer Meinung nach zur Rasse Scottish Fold gehört. Leider bewahrte ihn das aber auch nicht vor dem Schicksal, dass sein Frauchen ins Pflegeheim musste und der bekennende 10 jährige Freigänger nun weite Wiesen und Felder, gegen einen kleinen Quarantänekäfig tauschen musste. Dieter, wie der rot-weiße Kater heißt, ist überhaupt nicht glücklich mit der Situation und versucht uns durch fauchen auf Abstand zu halten. Leider benötigt er auch medizinisch Hilfe. Ein Ohr ist geschwollen, das andere blutig. Doch solange sein Gemütszustand so ablehnend ist, wird eine Behandlung kaum möglich sein. Wir hoffen, dass wir ihn mit Geduld, Ruhe und Futterzumindest ein kleines bisschen erweichen können und ihm auch dann medizinisch helfen dürfen.

 

29.07.2021

Tierhilfe hört bei uns nicht am Hoftor auf. Aus diesem Grund haben wir uns heute für einen anderen Verein engagiert. Über eine Freundin des Tierheims wurden wir auf den Verein der Tierteller Eifel aufmerksam gemacht. Der Verein hilft bedürftigen Mitbürgern mit Haustieren, bringt Futter oder Sachspenden zu Senioren oder Kranken nachhause. Die zuletzt über Westdeutschland wütenden Unwetter hatten alle drei Garagen-Lager des Vereins überflutet und alles darin Befindliche zerstört. Wir informierten uns also, was der Verein nun dringend benötigt und schauten, was wir entbehren können. Halsbänder, Geschirre, Näpfe, Mäntel, Spielzeug und derlei Zubehör. Drei Kisten sind zusammengekommen, die von der Freundin des Tierheims, direkt in die Eifel gebracht werden. In der Not müssen wir eben alle etwas enger zusammenrücken.

 

28.07.2021

Auch heute ging es wieder zum Tierarzt. Diesmal aber mit Gagi, der Mutterkatze die vor ungefähr 2 Wochen bei uns abgegeben wurde. Ihr sieben Babys wachsen und gedeihen hervorragend, was die Wohnsituation der Familie doch recht beengt. Mittlerweile fressen die Zwerge bereits selbstständig Kittenfutter, sodass wir uns dazu entschieden Mama Gagi kastrieren zu lassen. Leider ist die getigerte Mieze nämlich das Gegenteil von zutraulich. Sie faucht und haut, jedoch nicht um ihre Kinder zu schützen, sondern um sich unserer Nähe zu entziehen. Den Eingriff selbst hat Gagi problemlos überstanden. Ein Rätsel gab sie uns dennoch auf: die Tierärztin meinte, das Gagi Wasser im Bauch hatte. Woher war nicht zu erkennen und es gab keinen Anlass auf einen Krankheit zu schließen. Gagi bezieht also vorerst eine Einzelbox in unserer Quarantäne und bleibt unter Beobachtung. Und natürlich mussten wir auch heute wieder Medikamente für die anderen kranken Katzenkinder beim Tierarzt holen. Wie bereits gestern angekündigt begab sich unsere Mitarbeiterin, samt Kühlbox, auf die Fahrt in den Spreewald, um das dringend benötigte Mittel abzuholen. Bitte halten Sie alle Daumen und Pfötchen gedrückt, dass die Zwerg durchkommen.

Hilfe leisteten wir auch für ein anderes Mitgeschöpf. Auf einer unserer zahlreichen Fahrten entdeckten wir eine Taube am Straßenrand sitzen. Sie bewegte sich keinen Meter, trotz vorbeirauschender Autos. Kurzentschlossen hielten wir an, holten einen Napf und Wasser aus dem Kofferraum ( für genau solche Fälle sind wir immer vorbereitet ) und boten dem entkräfteten Tier Flüssigkeit an. Sie stand auf, ging zum Napf, nahm ein paar kräftige Schlucke und begann dann am Boden zu picken. Als sie stand, konnte man sehen, dass sie doppelt beringt ist, also vermutlich einem Züchter gehört. Nach weiteren Minuten nahm sie dann Anlauf und flog davon. Manchmal braucht es nur etwas Herz und den Willen, um zu helfen.

 

27.07.2021

Mittlerweile sind wir täglich auf Achse für unsere armen kranken Katzenkinder. Nachdem sich Mijou und Domek gut bei unserer Kollegin daheim erholt haben, hängen nun vier ihrer "Zimmerkameraden" durch. Fiebrig und ganz matt sind die Würmchen, können kaum laufen. Es half nichts, sie mussten zum Tierarzt um sich eine beträchtliche Anzahl von Spritzen abzuholen. Antibiose, Fiebersenker, Schmerzmittel und eigentlich auch besagtes Wundermittel, welches leider nicht lieferbar ist. Nun war guter Rat teuer. Auf eigene Faust versuchten wir unser Glück, telefonierten alle möglichen Tierärzte ab, ob nicht doch noch jemand wenigstens eine Ampulle im Kühlschrank hat. Es hagelte Absagen. Doch dann fanden wir in Dresden einen Tierarzt, der bereit war uns zwei Ampullen zu überlassen. Und wieder eilten wir los, um das Medikament zu holen. Zumindest für den kommenden Tag waren wir versorgt, aber die Menge reicht noch nicht, um alle Kätzchen durchzubringen. Also telefonierten wir weiter und wurden im Spreewald fündig. Genau genommen beim Tierarzt des Tierschutzligadorf. Unsere morgige Fahrt wird uns also nach Groß Döbbern führen. Der kritische Leser wird sich nun fragen, wieso wir solch einen Aufwand betreiben, uns das Mittel nicht einfach schicken lassen. Der Grund dafür ist, dass die Kühlkette auf keinen Fall unterbrochen werden darf und es sich wirklich um ein eiliges und lebensrettendes Medikament handelt. Wir geben einfach alles für die armen kleinen Huschel.

 

26.07.2021

Für die hübsche dreifarbige Katze Alani brach ein spannender Tag an. Gegen Mittag wurde sie von uns, ohne Gegenwehr, in die Transportbox gesetzt und so verpackt ins Auto getragen. Die kurze Fahrt hat sie sichtlich gestresst. Und kläglichem Miauen kommentierte sie jede Kurve und jede Unebenheit der Straße. Alanis neues Zuhause ließ sie diesen Stress dann aber rasch vergessen. In dem großen Einfamilienhaus bewohnt sie künftig vorerst die obere Etage, welche sogar einen großzügigen sicher eingenetzten Balkon für sie bereit hält. Mit hoch erhobenen Schwänzchen tippelte Alani auf leisen Pfoten durch ihr neues Revier, zeigte ihrem neuen Frauchen, wo sie überall hochspringen kann. Kurz wollte sie auch erkunden, wie es unter dem Sofa aussieht, scheiterte dann aber bei dem Versuch. Diese Lücke war wohl doch zu eng. Das zur Begrüßung gereichte Trockenfutter nahm die hübsche Katze dankend an. Wir hoffen sehr, dass Alani ihr neues Frauchen noch lange glücklich machen wird. Und umgedreht. 

 

24./25.07.2021

Wie bereits angekündigt, konnte Oreo in unser großes Katzenhaus umziehen. Dass sie eine Freigängerin ist, bewies sie uns, in dem sie schnurrstracks den Weg in das Außengehege fand und lieber dort verweilt. Das Katzenhäuschen über der Brücke, was vorher Mahjongs Lieblingsort war, ist nun Oreos Schlafplatz. Gut gewählt, so hat sie schließlich einen guten Überblick, Ruhe und den gewissen Abstand, den sie leider immer noch aufsucht.

Außerdem war Marius sein Schlafhäuschen an der Zeit zum ausmisten. Jetzt, da der große Kerl sowieso nur draußen in írgendeiner Suhle liegt, konnten wir ohne zu stören sein altes gegen einige Schubkarren frisches Stroh austauschen. Er soll sich ja schweinewohl fühlen. Auch unsere gefiederten Freunde bekamen ihren Stall komplett ausgemistet und neu vorgerichtet. Die Hühner samt Hahn Otto konnten wir inzwischen mit etwas Melone ablenken.

 

23.07.2021

Die Sorge um die Katzenkinder hält uns weiter auf Trab. Ein weiteres Kitten aus der Gruppe, die unser Nagerhaus bewohnen, zeigte plötzlich die ähnlichen Symptome wie Mijou. Nun wussten wir es, es war kein Einzelfall sondern doch etwas ansteckendes. Als ob das noch nicht schon nervenaufreibend genug wäre, brauchte Domek, wie der Katzenbub heißt, nun natürlich auch die schwer beschaffbare Medizin. Wieder half uns unsere Tierärztin, dass Mittel bei einem anderen Tierarzt "aufzutreiben". Wir fuhren dieses Mal selber hin und holten es in der Praxis ab. Da wir darauf nicht vorbereitet waren und durch unsere Sanierung der alten Futterküche alles umgeräumt hatten, fehlte es uns an Kühlakkus. Das Mittel muss aber kühl gehalten werden und bei den momentanen Außentemperatuiren brauchten wir wirklich dringend etwas Kaltes. Wäre doch gelacht, wenn wir uns nicht zu helfen wüssten. Kurzerhand kauften wir eine Packung Wassereis. In der Tierarztpraxis kamen wir uns dann doch ein wenig komisch vor damit. Hätten sie nicht gerade eine OP vorbereitet, hätten sie bestimmt gern die leckere Abkühlung angenommen. Der Tierarzt war so nett und half uns jedoch freundlicherweise mit "echten" Kühlpads aus. Somit konnten wir damit gleich zurück ins Tierheim fahren, Domek mitnehmen und zu unserer Tierärztin weiterfahren. Domek war zwar kräftiger als Mijou, seine Temperatur übertraf aber leider die von Mijou extrem: 41,2C !!! Ein beängstigender "Rekord". Bewappnet mit Fieberthermometer kontrollierten wir deshalb noch einmal alle restlichen 7 Kitten des Nagerhauses. Bei den anderen war zum Glück nichts auffällig, Temperatur und Gang normal. Domek zog inzwischen zu Mijou in die häusliche Betreuung unserer Mitarbeiterin um.

 

22.07.2021

"Mietzi" wird unser neuster Bewohner in der Katzenquarantäne genannt. Die vier bis fünf jährige Katze musste ins Tierheim, da ihr Frauchen mit 86 Jahren ins Pflegeheim musste. Als seinerzeit der Hund der betagten Lady starb, war klar, dass kein neuer Hund ins Haus kommt. Da dachte der Enkelsohn, dass eine Katze ein würdiger Nachfolger werden könnte. Gut gemeint ist leider nicht immer gut gemacht. Nun sitzt Mietzi schüchtern und ängstlich im Tierheim. Wir hoffen, wir können ihr irgendwann über diesen Verlust hinweghelfen und ein neues Zuhause für sie finden.

 

21.07.2021

Noch vor unserer eigentlichen Tierarztrunde mussten wir die Tierärztin in der Praxis aufsuchen. Eines der 9 kleinen Fundkätzchen, welche zusammen mit ihren 3 Müttern bei uns Aufnahme fanden ("was gestern geschah" vom 03./04.07.) fanden wir früh in einem erbärmlichen Zustand vor. Die Katze, die wir Mijou tauften, war schon immer das kleine Schlußlicht, aber nun konnte sie sich kaum noch fortbewegen, geschweige denn, auf den Beinchen halten. Daher fuhren wir mit ihr sofort in die Praxis. Erst dachten wir, sie hat vielleicht eine Entzündung oder Verstauchung in der Pfote, was ihr zu schaffen macht. Die Kleine wurde umgehend geröntgt. Ihre Gelenke zeigten sich geschwollen, aber das war nicht die wahre Ursache. Mijou fühlte sich auch ganz warm an. Die Anzeige des Fieberthermometers stieg und stieg und hörte erst bei unglaublichen 40,4°C auf. Mijou scheint einen Infekt auszubrüten, der im schlimmsten Falle ansteckend ist. Das heißt, die Katze muss sofort von den anderen getrennt werden und bekommt allerlei Medikamente gegen Schmerzen und Antibiotika. Einfacher gesagt als getan. Das wichtigste Medikament ist nämlich nicht vorrätig. Selbst beim Hersteller wurde die Tierärztin schon seit Wochen vertröstet. Einfach unfassbar. Dabei hängt doch das Leben der kleinen Miez davon ab. Die Tierärztin startete bei allen Tierarztpraxen der Umgebung einen Rundruf und wurde, zu unser aller Erleichterung, fündig. In einer der Praxen konnte Sie das Mittel abholen und am Mittag zur Visite mitbringen. Mijou kämpft und wir kämpfen mit ihr. Selbst die winzigsten Erfolge, z.B. wenn Mijou eine Kleinigkeit frisst, oder eine Zungenspitze voll Wasser zu sich nimmt, zählt für uns als hoffnungsvolles Ereignis. Mijou wird Tag und Nacht umsorgt, das bedeutet, sie wird in den eigenen vier Wänden einer unserer Kolleginnen weiter aufgepäppelt, anders wäre es einfach nicht machbar. Kleine Mijou, wir stehen dir zur Seite und sind so stolz auf deinen Lebenswillen!

Die weiteren Patienten der Tierarztvisite waren demgegenüber ein Klacks. Drei Katzen (Potatoe, Victor- der sich übrigens doch als Mädchen entpuppte und nun Victoria heißt;)- und Faleena) bekamen ihre erste Impfung. Oreos Grundimmunisierung konnte abgeschlossen werden. Sie sollte demnächst in eines unserer Katzenhäuser umziehen dürfen. Und Katzenengel Aniela mit dem amputierten Schwanz konnte endllich ihren Trichter abstreifen.

 

20.07.2021

Auch unsere Nagerpopulation wächst. Seit heute zählen wir 3 Bewohner mehr. Es handelt sich um 3 Meerschweinmädels, welche abgegeben wurden. Der Mann dachte, wenn seine Frau aufgrund von Krankheit sowieso zuhause ist, hat sie, während er arbeiten ist, jemanden zum versorgen. Der Plan ging leider nicht auf. Die Krankheit verschlimmerte sich und sie mussten sich ehrlicherweise eingestehen, dass sie alles unterschätzt hatten und überfordert waren. Mit den 3 Meerlis wurde auch Heu und jede Menge frisches Obst und Gemüse abgegeben. Wie gesund und artgerecht sich um sie gekümmert wurde, zeugt davon, dass die Anschaffung nicht ganz unüberlegt und Hals über Kopf geschah. Ganze 4 Monate durften sie in einer eigenen Familie wohnen, bevor die Krankheit es nicht mehr zuließ. Nun bezogen die drei Schweinis ihr Quartier in unserem Nagerauslauf im A-Raum.   

 

19.07.2021

Die Vereinigung europäischer Tierschutzorganisationen, kurz VETO, unterstützt Straßen- und Tierheimhunde und sammelt auf seiner Seite (https://www.veto-tierschutz.de/) europaweit Futterspenden. Auch wir hatten das Glück, vom "großen Kuchen" ein Stück zu erhalten. Neben Hundefutter war es vor allem das Kittenfutter, was uns mega freute, weil wir davon gerade reichlich benötigen. Nun können wir dank der lieben Spender jede Menge kleine Bäuchlein versorgen. Schließlich sollen alle groß und stark werden. Danke für die tolle Hilfe!

 

17./18.07.2021

Die Wahnisnns-Flut an Katzen hält weiter an. Wieder wurden wir um Aufnahme einer wilden Mutterkatze mit ihren Babys gebeten. Statt auf dem abgelegenen städtischen Grundstück, wo sie aufgefunden wurde, kann sie ihre Katzenkinder nun in Sicherheit und ohne Versorgungsängste bei uns großziehen. Die sechs kleinen Würmchen sind erst ca 1 Woche alt. Da wir gerade in der vorteilhaften Lage sind, keine Hunde in unserer Quarantänestation zu beherbergen, konnten wir einen weiteren Hundequarantäneraum für die kleine Katzenfamilie umfunktionieren, wie bereits am 05.07. für eine andere Muttimiez mit ihren Babys. Nun sind wir inzwischen leider sehr stark an unsere Grenzen gekommen. Und immer noch erreichen uns Meldungen von Fundkatzen. Eine nette Familie, die auch schon Vögel und andere Kleintiere aufpäppelte, holte sich unseren Rat, und zieht selber ein gefundenes Katzenbaby auf. Eine nette ältere Dame kümmert sich in Eigenregie um eine junge Katze, die sie mit dickem Gesäuge auf der Suche nach Futter erspähte. Wir sind wirklich mit engagiert und helfen, herrenlose Katzen kastrieren zu lassen. Es ist ein Elend, dem man nur schwer Herr werden kann. Wir fragen uns: Wohin soll das alles noch führen? Wann gibt es endlich eine Kastrationspflicht für Freigängerkatzen und vor allem, wann begreift auch der Letzte, dass die Kastration von Katzen kein böswilliger Eingriff in die Persönlichkeit der Katze ist, sondern ein notwendiger Schritt zur Eindämmung der stetig wachsenden Katzenpopulation?!

 

16.07.2021

Mahjong erhielt heute die Chance ihres Lebens. Ein Ehepaar zeigte sich sehr von der zarten, dreifarbigen Katze berührt. Schon seit über einem Jahr verbrachte die hübsche Samtpfote schließlich in unserem Tierheim, und beobachtete aus sicherer Entfernung, wie immer neue tierische Bewohner kamen und auch wieder gingen. Nur sie harrte noch hier aus. Platz können die neuen Dosenöffner genug bieten, ein ruhiges Umfeld am Dorfrand ebenso, die Katze darf sich ab sofort frei entfalten. Sie erwarten nichts von Mahjong, sie wollen ihr einfach nur ein schönes Zuhause geben. Ganz so, als ahnte Mahjong schon etwas und hätte die Einsicht, nun wäre sie auch endlich einmal an der Reihe, ging sie von allein in die Transportbox. Schlaue Katzendame. Nach der kurzen Fahrt ins ca 15 km entfernte Wachau versteckte sich Mahjong, wie zu erwarten war, in dem alten Bauernhaus. Unter der oberen Holztreppe wählte sie ihren Rückzugsort. Von da aus kann sie alles prima beobachten. Dem Paar ist bewusst, dass sich Mahjong eine ungewisse, vielleicht sehr lange Zeit verstecken wird und wahrscheinlich nur nachts fressen geht. Sie verlangen nichts von Mahjong, sie hoffen einfach, dass die Katze nach einer Weile soweit Vertrauen fasst, dass sie später, als Freigängerin, in der Nähe bleibt, die sicheren Unterkunftsmöglichkeiten schätzt und die zuverlässige Fütterung weiterhin annimmt. Das wäre ihnen Dank und Freude genug. Wir sind ehrlich beeindruckt von so viel Selbstlosigkeit.

 

15.07.2021

Heute musste ein Ehepaar erfahren, dass durchaus nicht jede Gemeinde kooperativ ist, wenn es um Fundtiere geht. Als der Mann früh in seinen Keller ging, saß da eine junge Katze mitten auf den Kartoffeln. Es war jedenfalls keine von seinen Katzen. Naturlich wurden Nachbarn befragt, aber auch die kannten das Katzenkind nicht. Mysteriös. Ein Anruf bei der örtlichen Polizei blieb erfolgslos. Solange keine Gefahr bestünde, wären sie nicht zuständig, gaben sie wohl als Antwort. Mittlerweile war es Nachmittag. Letztendlich rief der Mann bei uns an. Er meinte, seine Frau wäre total  aufgelöst, da sie Angst um ihre Katzen hatte. Erstens weiß man ja nicht, ob die fremde Miez vielleicht igendwelche Parasiten oder Krankheiten mit sich herumträgt, zweitens trauten sich ihre Katzen wohl nicht mehr aus der Stube heraus. Obwohl wir derzeit mit Katzen gut bestückt sind, konnten wir die Katze nicht sich selber überlassen und sagten der Aufnahme zu, Die Familie wolle sich auch an den Kosten beteiligen, was ja eigentlich Aufgabe der Gemeinde wäre. Egal, Hauptsache dieser Katze und ihren eigenen Katzen ist geholfen, sagten sie. Da das kleine Kerlchen, wie anfangs bereits geschildert, auf den Kartoffeln saß, tauften wir ihn kurzerhand "Potatoe".

 

14.07.2021

Wieder einmal rollte unser Tierheimauto zur Tierarztpraxis. Zwei Katzen waren heute die Mitfahrer. Kater Josef sollte zur Blutkontrolle, da er allerdings kahle Stellen im Fell entwickelte, nahm die Tierärztin auch gleich noch eine Haarprobe des Katers. Dies alles geschah unter Narkose, da Josef nicht freiwillig etwas von sich hergeben wollte. Aniela war zur Kastration vorstellig und wie bei der Tierarztvisite besprochen (siehe "was gestern geschah" vom 07.07.), wurde das entzündete Schwanzstummelchen amputiert. Alles verlief ohne Komplikationen und es ist keine Nachbehandlung nötig. Nun trägt Aniela einen Trichter, aber das stört sie dennoch nicht beim Schmusen. Wirklich ein wahres Engelchen.

 

13.07.2021

Heute lachte das Glück erneut für einen unserer Schützlinge. Gestern war von dem kleinen Hundemann die Rede, heute das ganze Gegenteil: der große proppelige Rüde Casper durfte sein neues Heim beziehen. Ganz aufgeregt war er, hechelte in einer Tour, aber er zeigte sich absolut lieb und freundlich zu jedem. Der Katze des Hauses stiefelte er erst einmal hinterher, was diese wiederum nicht so prickelnd fand. Casper wollte einfach nur Tuchfühlung aufnehmen, aber die Miez sah nur das große Etwas auf sich zu kommen und war verunsichert. Dies verunsicherte wiederum Casper. Aber beide werden sich mit der Zeit aneinander gewöhnen. Katzen stehen jedenfalls nicht auf seiner Speiseliste und das ist die Hauptsache. Es ist ja anfangs für alle Seiten eine neue spannende Situation. Spannend waren auch die ersten Stufen ins Obergeschoß, die der Hund mit einiger Motivation meisterte. Es steht ihm natürlich jederzeit frei, wo er sich in dem Haus aufhalten möchte. Uns wurde berichtet, wenn er merkt, dass ein Spaziergang bevorsteht, ist er ganz aus dem Häuschen. Da kann er sogar hopsen. Na, so wird das auf jeden Fall noch etwas mit seiner Sommerfigur. Die erste Nacht verlief wohl auch eher unruhig und Casper musste zu früher Stunde noch einmal vor die Tür. Vielleicht hat er auch einfach vom Tierheim geträumt und sich dann im Halbschlaf gewundert, wo er sich befindet. Wer weiß das schon so genau? Hierher brauchst Du jedenfalls nicht mehr, lieber Casper, es sei denn als Besucher VOR dem Tor ;)

 

12.07.2021

Rüde Packo war irritiert und machte lautstark auf sich aufmerksam. "Hey, Ihr habt vergessen, mir zu Essen zu geben. Hallo?!?"

Ja, wenn das kein Zeichen war, dass etwas Außergewöhnliches bevorstand. Gegen 10 Uhr schauten wir, was der Routenplaner sagte, alles im Rahmen. Gut, dann nur noch einmal kurz die Muttikatzen mit ihren Kleinen füttern, alles zusammenpacken und los. Ein Blick in unsere gepackte Tasche verriet Packo, dass auch dort nichts Essbares zu finden war, außer einer leeren Brotbüchse. Die Enttäuschung war groß. Da muss sich Packo noch ein wenig gedulden. Na gut, ein kleines Leckerli gab es von uns als Dankeschön, weil er sich ganz lieb in die Transportbox unseres Autos hat tragen lassen und ruhig sitzen blieb. So, nun konnten wir starten...und zwar mitten in den Stau. Oh je, die berühmten Baustellen auf der A4. Bloß gut, dass unser Wägelchen eine Klimaanlage hat. Über eine Stunde später als geplant trafen wir in der Umgebung von Chemnitz, besser gesagt, in einem eingemeindeten Ort von Chemnitz, ein. Felder und Wald sind in unmittelbare Nähe. Packo hatte aber nur Augen für die Wohnung. Alles wurde erkundet und erklommen, sogar der Tisch. Aber da gab es gleich ein "Nein" und er hörte brav. Ach war das schön, ihn so lebhaft zu sehen. Er wälzte sich begeistert in seinen Körbchen und auf dem Sofa. Sein neues Zuhause hatte er also angenommen. Das Badezimmer schien ihm zu gefallen, da war es ja auch angenehm kühl. Noch besser war die Terasse, da genoss Packo den Ausblick. Egal, wo er sich befand, sobald etwas raschelte, war er sofort wieder zur Stelle. Nun konnte sich der kleine Mann richtig zuhause fühlen und seinen Futternapf einweihen. Das war eine Freude. Danach gesellte er sich neben Frauchen aufs Sofa und ließ sich ausgiebig knuddeln. Wir waren abgeschrieben und konnten mit einem guten Gefühl die Heimreise antreten.

 

10./11.07.2021

Oreo ging heute mit der Hälfte ihres Körpers in die Transportbox, den Rest der Katze mussten wir sanft hinterherschieben. Denn es stand ihre Kastration auf der Tagesordnung. So richtig glücklich schien sie mit ihrer Situation nicht zu sein, aber sie fügte sich schließlich. Am Nachmittag durften wir sie schon wieder abholen. Noch etwas geschwächt und benebelt stieg sie aus der Box aus und grub sich tief in ihr Körbchen ein. Den Stress mit Fädenziehen können wir Oreo dank resobierbarer Fäden zum Glück ersparen. 

 

09.07.2021

Das große Moppelchen Casper hatte seinen Termin zur Zahnsanierung. In die Box wollte er leider gar nicht hinein. Da mussten wir uns schon ein wenig anstrengen, denn Casper hat sich aus Trotz besonders schwer gemacht. Als Begleitung durfte in die Box neben ihn Hündin Ramona einsteigen. Auch sie zögerte anfangs, sprang aber dann von ganz allein hinein. Die kurze Strecke verbrachten beide etwas unruhig. Zuerst durfte Ramona in die Praxisräume. Sie wurde geröntgt (siehe "was gestern geschah" vom 07.07.). Dabei stellte sich heraus, dass die Vermutung der Tierärztin stimmte: Arthrose. Vermutlich mal ein alter unbehandelter Bänderriss, der nun als harter "Knubbel" zu ertasten war. Zum Glück kein Tumor und Ramona zeigt auch keinerlei Beschwerden oder Einschränkungen bisher. Wir sind erleichtert. Danach war Casper an der Reihe. Eigentlich sollten nur seine Zähne auf Vordermann gebracht werden, aber den Interessenten fiel beim Spaziergang auf, dass er irgendwie sonderbar läuft. Darum durfte auch er zum Röntgen. Und was zum Vorschein kam, damit rechnete niemand : Casper hat rechts keine Hüfte mehr. Anscheinend hatte er mal einen Autounfall, was seine Hüfte zertrümmerte. Die Muskeln und Sehnen halten alles an seinem Platz, er hat sich damit arrrangiert. Nur ein Zahn musste ihm übrigens gezogen werden und er benötigt keinerlei Medikamente. Nun bleibt es spannend, ob er auch bald zu "seinen" Menschen umziehen darf.

 

08.07.2021

Eine turbulente Zeit brach an für die neuen Besitzer des großen Rüden Mel. Genau dieser Hund, welcher vermutlich eine Futtermittelallergie hat, kam als neuer Mitbewohner für Hündin Lotta (ehemals Daggi) in Frage. Sie erinnern sich bestimmt, Daggi hatte damals bei uns auch lange mit ihren allergiebedingten Ohrenproblemen zu kämpfen und dennoch hielt es die Familie nicht davon ab, Daggi bei sich aufzunehmen. Da ist Mel genau in den richtigen Händen. Wie erfolgreich die Familie bei Lotta war/ist, davon haben wir uns schon mehrfach überzeugen können. Daggilottas Fell ist richtig superweich, sie schaut einen nicht mehr mit schiefem Kopf an (wegen der Ohrenentzündung), einfach klasse.

Mel wusste nur noch nicht, dass er nun ebenfalls das große Los gezogen hat. Die Fahrt verlief abenteuerlich, da der Rüde versuchte, im Auto alles umzugestalten. Er war wohl der Ansicht, er würde dann befreit werden. Aber keine Chance, er wird sich noch ein wenig in Geduld - und ans Autofahren generell - gewöhnen müssen. In seinem Zuhause angekommen, schaute sich Mel in der Wohnung um. Lotta lag inzwischen einfach nur in ihrem Körbchen, schaute freundlich und untermalte mit wedelnder Rute, die unablässig gegen das Körbchen klopfte, Mels Trippelgeräusche. Das nennen wir mal eine fröhliche tierische Hausmusik. Fröhlich war auch Mel, als er sein Spiegelbild sah und einfach nur zum Abschlecken fand.

Folgendes berichtete uns die Familie über die ereignisreiche erste Nacht: "Lotta ist sehr begeistert, dass sie jetzt vier Hundekörbe hat. Das bringt Auswahl und man kann den großen braunen Hund durch die Gegend scheuchen, wenn Madam von einem Bett zum nächsten wechselt. Mel weiß mit den Körbchen noch nichts anzufangen und schläft lieber auf dem Fußboden. Damit er nicht so alleine ist, hat er sich ein Kuscheltier von Lotta gemopst. Wurde so zur Kenntnis genommen - kein Streitthema bisher." Das Lustigste aber war, dass die Familie nachts von Mels Bellen geweckt wurde, weil einer von ihnen zu laut geschnarcht hat... Das klingt auf jeden Fall nach aufregenden Zeiten.

 

07.07.2021

Nanu, schon wieder 2 Wochen um, also wieder Zeit für die regelmäßige Tierarztvisite.

Die Katzen Alani, Sunny und Luna erhielten ihre zweite Impfung und sind damit ab sofort bereit zur Vermittlung. 

Die Erstimpfung erhielten die scheue Katze Sarah, Katze Lena und der kleine Kletterkünstler Altea. Letzterer war davon gänzlich unbeeindruckt und sprang sofort wieder fröhlich umher.

Sorgen bereiteten uns die beiden Mutterkatzen namens "Maliny"-auf deutsch Himbeere (sie hat eine alte entzündete Bissverletzung und bekommt daher Antibiotika) und "Aniela"-zu deutsch Engel (ihr abgetrennter Schwanz ist offen und muss zeitnah amputiert werden). Wir vereinbarten gleich einen Termin, bei dem sie mit kastriert wird. Bis dahin erhält auch sie erst einmal Antibiotika.

Bei den Hunden stand zuerst Mels Nachkontrolle an. Unsere Behandlungsplan mit Spezialdiät und Antibiotika zeigte erste Wirkung. Lefzen und Augen sind mittlerweile in Ordnung, sein Ohr ist auch nicht mehr schmerzhaft. Er muss für etwa ein viertel Jahr noch sein Spezialfutter beibehalten und bekam außerdem Ohrentropfen verordnet. Anders sah es bei Nixy aus. Seine Umfangsvermehrung ist noch offen, aber es sollte von alleine abheilen. Unterstützend können wir Manukahonig- Spray auftragen. Zum Schluß sah sich die Tierärztin Hündin Ramona an. Am Gelenk vom Hinterbein fiel uns eine harte Geschwulst auf. Die genaue Ursache konnte die Tierärztin nicht benennen, sie vermutet jedoch Arthrose. Um schlimmeres auszuschließen, darf Ramona spontan zum Röntgen.

 

06.07.2021

Ein Rentnerehepaar, welches bereits Hundeerfahrung vorweisen kann, hatte sich für Hündin Daria interessiert. Als der erste Spaziergang - vorsorglich mit Maulkorb - gut verlief und sich Daria anschließend auch ohne Maulkorb knuddeln ließ, kam der sprichwörtliche Stein ins Rollen. Weitere Besuche standen an, Daria zeigte sich offen und von ihrer besten Seite, die Chemie stimmte. Heute nun vermittelten wir die Hündin nach Dresden zu eben jenem Pärchen. Daria war aufgeregt, besonders die Landstraße mit den vielen Kurven war nicht so ihr Ding. Aber die Autobahn war durch die Baustellen gewohnt verstopft. Nach Ankunft hopste Daria schnellstmöglich aus dem Auto und war sogleich ruhiger. Sie schnupperte auf dem Weg zum Haus, die Straße mit dem Verkehr, ja sogar die Straßenbahn, konnten sie nicht beirren. Neugierig betrat sie den Hauseingang. Erfreut, "ihre" Menschen wiederzusehen, begrüßte sie beide und nahm gerne die gereichten Leckerlies in Empfang. Sie schaute sich in der großen offenen Wohnung um, probierte alle Liegemöglichkeiten aus, sprang aufs Sofa und dachte wohl, ihr kleiner Kletterparkour geht auf dem Tisch weiter. Nein, ok, dann eben wieder runter. Auf dem großen Balkon entdeckte sie dafür ihr eigenes Sofa. Wer hat das schon?! Daria kam schmusen, nur beim Abschied wollte sie erst nicht so recht verstehen, warum Mario geht und sie zurücklässt. Das wird noch, großes Mädchen. Nun liegt es an Dir. Gewöhn Dich schön ein und benimm Dich so lieb, wie Du auch zu uns warst.

 

05.07.2021

Bereits Ende vergangener Woche erhielten wir einen Anruf, dass einer Familie in Großröhrsdorf eine Mutterkatze mit ihren Jungen zugelaufen war. Wir verwiesen auf die allgemeine Vorgehensweise bei Fundtieren, sich ans Ordnungsamt zu wenden. Wie gewohnt, reagierte das Ordnungsamt Großröhrsdorf schnell und umkompliziert. Bereits heute morgen stand ein Mitarbeiter vor dem Tor und borgte sich bei uns eine Falle aus. Schon 20 Minuten später konnten wir die Falle samt Katzen erfolgreich in Empfang nehmen. Es handelt sich um eine scheue Katzenmama mit insgesamt 7 Babys, welche gerade einmal ungefähr eine Woche jung waren. Wir funktionierten eine unserer Hundequarantänen als Katzenstation um und versorgten die kleine Katzenfamilie mit warmen weichen Decken, Höhlen sowie ausreichend Nahrung, was die Katzenmama dankbar annahm. 

 

03./04.07.2021

Die beiden Katzenmädchen Babsi und Kaspar wurden von Tierpfleger Sarah so dolle mit Streicheleinheiten bezirzt, dass sie ganz still hielten, als wir die Kastrationsfäden gezogen haben. Wir konnten uns davon überzeugen, dass der Heilungsprozess unkompliziert verlief. Auch wenn beide Katzen nicht sofort auf Menschen zugehen, sind sie verschmust und wir hoffen sehr, sie nun bald in liebe Hände vermitteln zu können.

 

Die Vermittlung der nächsten 12 Tiere wird noch eine Weile auf sich warten lassen: Uns wurden von einer befreundeten Futterstelle 3 Mutterkatzen mit insgesamt 9 Jungtieren übergeben. Wovon wir im vergangenen Jahr verschont blieben, holt uns dieses Jahr gleich aufs Vielfache wieder ein: eine Flut an Katzenbabies. Lernen es die Menschen denn nie, Verantwortung zu übernehmen? 

 

02.07.2021

Am Nachmittag packten die beiden Kater Frosti und Zauser gemeinsam ihre Köfferchen und sagte uns "Adieu". Schon seit einigen Wochen kam die Familie immer wieder ins Tierheim, um das Vertrauen der beiden Katerchen zu gewinnen. Bei Zauser ging dies ganz schnell und mehr als einmal ging der Mann mit Kratzern am Arm nachhause, weil das toben mit Zauser etwas wilder wurde. Frosti taute erst nach und nach auf, holte sich immer öfter Leckerli ab und gab schließlich energisch Köpfchen. Die Zeit der Vermittlung war reif. Während Zauser sein dasein in der Transportbox gelassen hinnahm, tat Frosti seinen Unmut über diese Maßnahme lautstark und unablässig kund. Auch im neuen Zuhause angekommen, verhielten sich beide wie erwartet. Frosti ist erst einmal unsichtbar geworden, während Zauser wie ein König über seine neuen Besitztümer schritt und vorsorglich jeden Futternapf den er fand leerte. Beide Katzen können nach entsprechender Eingwöhnungsphase traumhaften Freigang genießen. Für Frosti und Zauser eine absolute Voraussetzung, um glücklich zu werden. Und das werden Sie, daran glauben wir fest.

 

01.07.2021

Im Anschluss an Nixy, der seine Zahnsanierung schon hinter sich gebracht hat, war heut Emil an der Reihe. Der Senior trottete lieb hinterher als wir ihn aus dem Tierheim führten, ließ sich ins Auto heben und verhielt sich auch so während der Fahrt ganz artig und ruhig. Erst als wir in der Tierarztpraxis angelangt waren, warf er den Anker aus und wollte keinen Schritt mehr gehen. Doch Emil war heute nicht der Einzige, der mit zum Tierarzt gefahren war. Die hübsche dreifarbige Katze Lena war zuerst mit ihrer Behandlung an der Reihe. Sie zeigte bei uns im Tierheim deutliche Anzeichen einer beginnenden Rolligkeit, weswegen wir kurzfristig einen Kastrationstermin für sie vereinbart hatten. Beide Patienten waren am frühen Nachmittag schon munter und konnten entlassen werden. Emil wurden insgesamt 10 Zähne gezogen und auch Lenas Eingriff ging komplikationslos vonstatten.

 

30.06.2021

Nachdem Hündin Smeura seit 2009 im Tierheim in Rumänien lebte und sich auch bei uns anfangs abseits und unsichtbar zeigte, machte sie zusehends Fortschritte. Langsam wurde sie neugieriger, kam an, erlebte mit uns die ersten Schritte vorm Tierheimtor. Und schließlich waren sie da: ihre Interessenten. Was darauf folgte, war erstaunlich. Smeura wurde in diesen Tagen selbstsicherer und aktiver. Was für eine wundervolle Wandlung. Heute konnten wir es wagen und Smeuras traurige Tierheimkarriere offiziell als beendet erklären. 

Wir hoben sie ins Auto und fuhren nach Arnsdorf. Gleich ruhig am Karswald gelegen, kann sie ab heute zusammen mit Seniorrüde Finn tolle Ausflüge unternehmen und die Welt neu entdecken lernen. Die Stufen waren für sie noch ein Graus, aber Übung macht bekanntlich den Meister. In der Wohnung wurde alles erkundet. Über Finn freute sie sich genauso wie über ihr Spiegelbild im Schlafzimmer. Die anderen tierischen Mitbewohner, zwei Meerschweinchen, ließ sie brav außer Acht. Nun steht einem glücklichen harmonischen Zusammenleben nichts mehr im Wege. Gewiss ergeben sich hier und da noch einige "Baustellen", die aber gemeinsam zu bewältigen sind. 

Wir freuen uns ungemein, dass Smeura nach nur 2 Monaten in unserer Obhut ihr passendes Zuhause gefunden hat!

 

29.06.2021

Nixy hatte heute einen Termin in der Tierarztpraxis. Leicht unruhig fuhr er im Auto mit, aber dann an der Leine zu laufen war überhaupt nicht sein Ding. Hach, was kann er störrisch sein. An Stufen und vor unbekannten Räumen legte er erst einmal einen Stopp ein, aber im Behandlungsraum ließ er sich dann immerhin kraulen. Bei der Visite erkannte die Tierärztin schon, dass unbedingt einige Zähne gezogen werden müssen. Nun sah sie das ganze Ausmaß: von 13 Zähnen musste sich der Rüde verabschieden! Die Veterinärin entdeckte bei der Gelegenheit noch ein Geschwür am Bein und nahm davon eine Probe. In wenigen Tagen wissen wir mehr. Bereits am Nachmittag war Nixy nichts mehr anzumerken, er verhielt sich, als wäre überhaupt nichts gewesen.

 

28.06.2021

Heute dürfen Sie sich wieder mit uns freuen. 

Nach einer langen Autofahrt ins ca 600 km entfernte rheinland-pfälzische Emmelshausen, unweit von Koblenz, war Hündin Tigra erst einmal verunsichert. Die Fahrt mit mehreren kleinen Päuschen hatte sie bestens gemeistert. Aber die neue Umgebung, die Menschen und dann noch der Hund, der zur Begrüßung ankam, überforderten die Hündin im ersten Moment. Ok, dachte sich Rüde Max, dann gönn ich ihr die Ruhe und stiefel eben wieder Frauchen hinterher. Wie charmant von ihm. Nach einer kurzen Verschnaufpause war Tigra tatsächlich offen für ihre Erkundungstour im neuen Revier und alle Anwesenden. Das mehrstöckige Haus mit Garten bot reichlich Platz zum rein und raus rennen, Tigra genoss es und drehte ausgiebig ihre Runden. Während wir saßen, ließ sich Tigra dann schon von Herrchen krabbeln. Sie weiß eben, wie man genießt. Tigra fühlte sich demnach schon wie Zuhause. Wir erhielten inzwischen geniale erste Schilderungen. Die Miez, welche noch den Familienhaushalt bereichert, schloss sich bei der Abendgassirunde der Familie an, so dass Tigra entspannt und auf neutralem Gebiet deren Bekanntschaft machen konnte. Frauchen hatte sich extra eine Matratze auf den Boden gelegt, um die erste Nacht neben den Hunden zu verbringen. Und was gibt es Schöneres, als zu erfahren, dass beide Hunde sofort friedlich nebeneinander in ihren Körbchen schliefen. Alles ist mega harmonisch und herzlich. Wir sind überaus glücklich und möchten den edelmütigen Einsatz der Familie für die Smeura nicht unerwähnt lassen. Sie sammeln und organisieren Spenden für jenes rumänische Tierheim, mit dem wir auch zusammenarbeiten. Große Klasse! 

 

26./27.06.2021

Die traurige Pechsträhne bei den Hunden hat sich leider wieder fortgesetzt. Hündin Renee, die vor knapp 2 Monaten vermittelt war, wurde uns zurück gebracht.

Nachdem uns bereits Ende Mai von Verhaltensänderungen berichtet wurde und wir die Familie an einen Hundetrainer verwiesen hatten, wurde uns nun gesagt, dass sich die Lage zugespitzt hätte und ein Miteinander nicht mehr tragbar sei. Zuhause, mit "ihren" Menschen war sie stets super lieb und knuddelig, doch nach und nach wurden andere, selbst bereits bekannte Menschen, zum Problem. Sie knurrt und bellt und versucht zu schnappen. Renee konnte deshalb ab sofort nicht mehr mit zur Arbeit genommen werden (Umfeld mit Kindern) und sie über 8 Stunden alleine zu Hause warten zu lassen, ist ja auch keine Option. Nun teilt sich die Rumänin bei uns einen Auslauf mit Rückkehrer Chappi und beide können sich gegenseitig Mut zusprechen.

 

25.06.2021

Auch nach all den Jahren im Tierheim erlebt man immer wieder Dinge, die man nicht glauben kann. Vor unserem Tor stand ein älteres Ehepaar aus dem Nachbarort. Sie berichteten, das sie einige Erledigungen mit dem Auto getätigt hatten, in der sächsischen Schweiz und einigen anderen Orten. Auf der Heimfahrt hörten sie ein miauen. Die beiden Rentner zweifelten an ihrem geistigen Zustand, denn sie besaßen keine Katze und im Auto war nirgends etwas zu sehen. Daheim angekommen wurde das Auto in der Garage geparkt. Die erwachsene Tochter holte später etwas aus der Garage und vernahm auch ein miauen. Alarmiert borgte sich das Ehepaar beim Nachbarn etwas Katzenfutter, stellte es in die Garage und legte sich auf die Lauer. Und tatsächlich kroch eine junge Katze aus der Verkleidung des Motorraums(!). Das Tier war völlig verängstigt und versteckte sich rasch in einer Ecke der Garage. Nun hielten sie mit vereinten Kräften die Mieze in Schach, um das Auto aus der Garage zu fahren und bei uns um Hilfe zu fragen. Wir liehen dem Ehepaar eine Katzenfalle aus und gaben ihnen Katzenfutter mit. Irgendwie ließ uns der Vorgang aber keine Ruhe, wir riefen noch einmal an und fragten ob wir vorbeikommen sollen, um die Katze "per Hand" einzufangen. Da die Garage aber wohl ziemlich vollgestellt war, einigten wir uns auf die Variante mit der Falle. Und schwupp, war die Katze gefangen. Wieder durfte das kleine Tier Autofahren, aber diesmal gesichert im Kofferraum. Wir schätzen das Kätzchen auf 8-10Wochen. Es hat noch große Angst. Kein Wunder bei dem, was es in seinem kurzen Leben schon durchgemacht hat. Äußerlich scheint das Tier unverletzt zu sein, es frisst und ist auch sonst mobil. Spontan tauften den kleinen Schreihals auf Altea, nach dem Auto, wo es sich festgehalten hatte.

 

24.06.2021

Regelmäßig ereilen uns auch Aufnahmegesuche bzgl. Katzen, die nicht so viel Glück im leben hatten. Zuletzt von einer Tierfreundin, die verwilderte Katzen einfängt um sie kastrieren zu lassen. Oftmals bringt sie die Katzen, die sich zugänglich und nett sind, auf Pflegestellen, doch jüngst kam es immer wieder vor,
das sie zutrauliche Katzen wieder nach draußen setzen musste, weil keine Pflegestelle mehr Platz hat. Da wir freie Kapazitäten hatten, sagten wir unsere Hilfe zu. Ursprünglich redeten wir über eine handvoll junge, ausgewachsene Katzen, doch oft kommt es im Leben ganz anders. Am Tag der Übergabe wurde die Tierschützerin eine Mutterkatze mit sechs(!) Jungtieren habhaft. Wir sagten zu die schwarz-weiße Mutti mit 
ihrer kleinen Familie in Obhut zu nehmen. So zogen insgesamt 9 Katzen in unser Tierheim ein.

 

23.06.2021

Sehnlichst erwartet wurde die Tierärztin die am frühen Nachmittag dann zur Visite im Tierheim eintraf. Die zuletzt abgegeben Katze Oreo wurde kurzerhand untersucht und geimpft, um ihre Zeit in der Quarantäne so kurz wie möglich zu halten. Begeistert war sie nicht von dieser Maßnahme, aber es geschah nur zu ihrem Besten. Außerdem wurden unsere neuen Zwergwidder Marta und Maria geimpft. Und natürlich wurden auch die neuen Hundis genau unter die Lupe genommen. Alle vier Rüden müssen zur Zahnreinigung. Mel bekam aufgrund seiner verschiedenen Zieperlein wie Ohren, Augen, Leftzenekzem Antibiose verschrieben. Eine lokale Behandlung macht bei so schlimmen Fällen keinen Sinn, sodass wir systemisch vorgehen müssen. Und auch bei Nao wurden wir fündig. An beiden Milchleisten wuchsen Mammatumore. Weil ihr Fell so licht war, ohne Wunden aufzuweisen entschieden wir uns, von der Hündin Blut abzunehmen, um ein organisches Problem auszuschließen. Alle fünf Hunde waren ausgesprochen lieb und auch kooperativ. Zuletzt wurde noch einmal Kater Max begutachtet, der sich mit einem Schnupfen plagt. Er bekommt nun zur Unterstützung Aufbaufutter und ein homöopatisches Mittel zusätzlich zur Antibiose. Wir haben dem armen Kerl extra stark riechendes Futter besorgt, um ihn davon zu überzeugen etwas zu fressen. Drücken wir die Daumen, dass er sich berappelt.

 

22.06.2021

Am Nachmittag stand ein Mann vor dem Tor und wollte seine Katze abgeben. Er hatte das Tier im Februar (wie wir vermuten) von einem Bauernhof übernommen. Dort sollen wohl bis zu 20 Katzen ihrer Natur nachgegangen sein, unkastriert, mit Freigang. Der aufmerksame Leser wird nun bereits wissen wie die Geschichte weiter geht. Die von dem Mann "gerettete" Katze hat bereits wenige Wochen später Jungtiere geboren und diese großgezogen. Als die Jungtiere nun ein passables Alter erreicht haben, begann die Mieze - ihrer Natur folgend - die Jungtiere zu vertreiben, um ihr Revier zu behaupten. Die Halter, die wie sie sagte völlig unerfahren mit Katzen sind, fanden dies nicht akzeptabel und so musste die schwarz-weiße Katze namens Oreo ins Tierheim. Dieser ganze Vorgang macht wieder deutlich, wie wichtig die Kastration von Katzen ist, um ungewollte Vermehrung zu verhindern. Und das auch das "retten" von Tieren wohl durchdacht sein muss. Oreo hatte jedenfalls großen Hunger und verputzte eilig die erste Portion, die wir ihr angeboten haben. Nun muss sie sich erstmal einleben, medizinisch untersucht, geimpft und kastriert werden, ehe wir ein passendes Zuhause für sie suchen können.

 

21.06.2021

Ohje, Kater Max hat sich einen Schnupfen eingefangen. Zum Glück ist er bereits geimpft, sodass der Infekt hoffentlich glimpflich ausgeht. Wir haben Ihn vorsorglich separiert, damit er die anderen Miezen nicht anstecken kann, und sofort mit der Therapie begonnen. Leider scheint er keinen besonders großen Hunger zu haben. Kein Wunder, wenn er sich so elend fühlt. Deshalb bekommt Max von uns ein feines Buffet an verschiedensten Nassfuttersorten, wovon ihm hoffentlich wenigstens eins so sehr zusagt, dass er beginnt wiede lustvoll zu fressen. Abgesehen vom Schnupfen fühlt er sich ganz wohl, lässt sich viel kraulen und auch bürsten. Max ist zählt mit seinen 12 Lenzen schon zu den Senioren, aber das hat seinem ganz eigenen Charme keinen Abbruch getan.

 

19./20.06.2021

Nach einer geraumen Ruhepause beherbergen wir ab diesem Wochenende wieder Nager. 

Dank aufgepasster und tierlieber Nachbarn fanden zwei namenlose junge Zwergkaninchen den Weg zu uns. Ein Glück für die Tiere, denn die Tochter der Nachbarn, welche sich die Zwergkaninchen anschaffte, zog inzwischen aus und ließ die Tiere einfach zurück. Wie skrupellos und gemein muss man sein! Die Eltern nahmen die beiden zu sich, hatten allerdings keinerlei Bezug zu den Mümmelmännern. Diese wurden einfach vernachlässigt. Wären nicht die Nachbarn gewesen, hätte es für die beiden schlimm enden können! Denn die Nachbarsfamilie kümmerte sich um die Langohren, fütterte sie und durfte sie schließlich zu uns bringen. Beide sind erst ein halbes Jahr alt, aufgeweckt und neugierig. Da wir vermeiden wollen, dass sich plötzlich noch mehr Überraschungen präsentieren (in Form von ungewolltem Nachwuchs), trennten wir die beiden erst einmal vorsorglich.  

 

18.06.2021

Gespannt fieberten wir der Ankunft der fünf neuen Hunde aus der Smeura entgegen. Am Nachmittag war es soweit. Die Hitze zu diesem Zeitpunkt fast unerträglich. Einer nach dem anderen wurde im Schweiße unseres Angesichts aus dem Auto gehoben. Zum Glück verhielten sich alle sehr lieb und ließen sich problemlos anleinen und in ihr Gehege führen. Dort mussten sie erst einmal "tanken". Die vorbereiteten Wassernäpfe waren beliebte Treffpunkte, an den die Hunde nach ihrer Erkundungtour im Gehege zurückkehrten. Alle zeigten sich neugierig, offen und holten sich die eine oder andere Streicheleinheit ab. Nur Emil war etwas schüchtern, verhielt sich zurückhaltend aber ohne Angst zu haben. Natürlich fiel uns auch schon das ein oder andere auf, was medizinisch abgeklärt werden sollte. Die Rüden Casper, Nixy und Emil sind leider zu dick. Doch das was sie zu viel auf den Rippen haben, das fehlt dem großen Rüden Mel, der gerade einmal 25kg wiegt. Hechelnd und im Schatten dösend verbrachten die Hunde den restlichen Tag und gingen am Abend problemlos in ihre Schlafhäuschen. Wir freuen uns, die nette Seniorenbande in unserem Heim beherrbergen zu dürfen.

 

17.06.2021

 Schon lange gab es da diese eine Sache, die wir unbedingt tun wollten. Als die ältere Hündin Tomis zu uns kam, fiel uns ihr verfilztes Fell auf, doch das Wetter war sehr herbstlich und der Winter stand vor der Tür. Mit Bürsten und Kämen versuchten wir der Wolle Herr zu werden. Erfolglos. Doch jetzt, wo das Wetter für uns Menschen schon fast unerträglich warm ist, wie mag es sich für Tomis anfühlen? Wir kamen auf die Idee Katja Lohr (von Snoots Hundetrainer und Hundefotoshooting in Dresden), zu fagen, ob Sie uns nicht einen Hundefriseur empfehlen könnte. Einen der sich auch mit Tierschutzhunden auskennt und mit Fingerspitzengefühl ohne Zwang an die Sache ran geht. Und wie es der Zufall so wollte, hatte Frau Lohr am darauffolgenden Tag einen Termin beim Hundefriseur mit ihrer Hündin. Sie versprach dort mal in unserem Namen „vorzufühlen“. Wieder war der Zufall auf unserer Seite, denn Frau Mann, vom Hundesalon 4 Pfoten, war am darauffolgenden Tag in der Nähe unseres Tierheims und hatte ein wenig Zeit. Prima! Nun ging es Tomis Filz an den Kragen. Damit sich der Außeneinsatz für Frau Mann lohnt, kam auch gleich noch Rüdi an die Reihe, da sein Fellzustand doch auch etwas zu wünschen übrigließ. Beide verhielten sich wirklich gesittet und nett, waren hier und da etwas kitzelig. Und weil der kleine Packo so artig bei der Schurr der beiden Großen zugesehen hat, kam er spontan auch gleich noch auf den Tisch. Alle drei Hunde haben optisch wirklich eine Verjüngungskur erfahren und wir sind froh, dass sie nun so locker und luftig über unseren Hof tapsen können.

 

16.06.2021

 Noch vor Opals Milchleisten Operation meldete sich eine nette Familie bei uns. Im vergangenen Jahr nahmen die jungen Leute bereits den wirklich großen Rüden Lacky, aus unserer Einrichtung, bei sich auf und bereute die Entscheidung keinen einzigen Tag. Lacky ist beliebt bei groß und klein im Dorf, und teilt sein Bett auch gern mit Katzen. Bei den vorangegangenen Spaziergängen harmonierten Opal und Lacky wirklich wunderbar miteinander. Nach dem sich Opal ein wenig vom letzten Eingriff erholt hat überlegte wir, wie wir weiter verfahren möchten, da Opal in einigen Wochen noch einmal in die Tierklinik muss. Gemeinsam entschieden wir, dass es für Opal das Beste wäre, wenn Sie sich bis zum nächsten Eingriff schon in ihrem neuen Zuhause einleben darf. Die Operation und Nachsorge übernehmen wir dann wieder im Tierheim, da es bei der ersten OP doch Komplikationen gab. Nachdem wir also mit Opal im Gepäck in das kleine Dorf fuhren, holte der große Lacky "sein Mädchen" schon am Tor ab. Ach Gottchen, war das niedlich. Wir scherzten, dass Opal dort wohl noch für einige Lacher sorgen wird. Und als hätte sie es gehört, bog sich die Rute, der Kopf ging in den Nacken und sie raste rießige Kreise durch den großen Garten. Das sorgte tatsächlich für reichlich Erheiterung bei allen Beteiligten. Von so viel Bewegung waren die Miezen erst einmal beeindruckt und nahmen Sicherheitsabstand. Opal schien jedenfalls angekommen zu sein. Es ist jedesmal eine Freude diese netten Menschen in ihrem kleinen tierischen Paradies zu besuchen.

 

15.06.2021

 Zur notwendigen Zahnsanierung durften heute die Katzen Sunny und Luna in die Tierarztpraxis chauffiert werden. Während der Fahrt ertönte von beiden ein "Miau". Ach, ihr Miezies, wir wollen euch doch nur helfen. Gerade bei Sunny war der Eingriff bitter nötig. Der Tierärztin blickten hochgradig vereiterte Zähne entgegen. Was müssen das für Schmerzen gewesen sein. Von den sieben gezogenen Zähnen kamen die meisten schon ohne viel Zutun heraus. Sunny muss noch einige Zeit Antibiotika bekommen. Nun dürfte allerdings sein Speicheln nachlassen. Tapfer überstand der kleine Kerl die Behandlung. Bei Luna war alles wesentlich unkomplizierter. Neben der Zahnsteinentfernung betraf es nur einen einzigen Zahn, der gezogen werden musste. Auch Luna war sehr tapfer und sogar verschmust. Was für eine Freude, als wir bei der Abholung vor der Praxis auf Katze Patty und ihr Frauchen trafen. Die zurückgezogene Katzenomi hatten wir im August letzten Jahres vermitteln können. Heute ist die Katzendame stolze 18 Jahre und war zum allgemeinen Check vorstellig. Sie verhielt sich brav und auch Sarah konnte Patty durch die Box hindurch kurz streicheln. Wir tauschten schnell die Neuigkeiten aus, dann brachten wir Sunny und Luna zum vollständigen Ausnüchtern zurück ins Tierheim. Beide Katzen nahmen uns dies alles nicht übel und stiefelten erleichtert, wieder in "ihrer" Unterkunft zu sein, von alleine aus den Transportboxen. 

 

14.06.2021

 Erneut sind wir unsagbar traurig, dass eine Vermittlung gescheitert ist. Der Rüde Rüdi fand nach 3 Monaten im neuen Zuhause wieder den Weg in unsere Einrichtung. Gestresst von der Stadt, dem Nachbarsrüden und den vielen Kleinkindern soll Rüdi nie wirklich zur Ruhe gekommen sein. Die zu Rate gezogene Hundeschule, so erzählte die Frau uns, brachte leider auch keinen Erfolg. Nur auf dem Dorf bei den Eltern hätte Rüdi entspannen können und wäre ein ganz anderer, ausgeglichener und friedlicher Hund gewesen. Was uns an der ganzen Sache etwas bedrückt, ist, dass wir nicht vorher um Rat gefragt wurden. Erst als sich die Lage zuspitzte, sich andere Mütter massiv beschwerten und scheinbar innerlich schon der Entschluss zur Kapitulation bestand, erhielten wir Bescheid. Nun ist Rüdi bei uns und leistet Daria und Micutsu Gesellschaft.  

 

12./13.06.2021

 Die beiden Abgabekatzen vom 08.06.2021, Babsi und Kaspar, konnten ihre Impfung auffrischen lassen und durften dann schon ihre Quarantäneboxen bei uns verlassen. Sie zogen in das inzwischen leer gewordene kleine Katzenhaus ein. Noch sind sie verhalten und verkriechen sich lieber. Aber aller Anfang ist schwer und die Eingewöhnung braucht wie immer Zeit. 

Am Wochenende wurden uns außerdem viele Spenden von Fressnapf und aus unseren Spendenboxen in den Edeka- Märkten übergeben. Auch einiges an Kittenfutter war dabei, was wir, wenn sich die beiden Findlingskatzen vom 05./06.06. weiterhin so gut entwickeln, bald dringend benötigen. Unser Schwein Marius hatte dank der Gaben gleich zwei Schüsseln voller Festschmaus erhalten. Er wirkte sehr begeistert und zufrieden über das große abwechslungsreiche Angebot. Wir danken im Namen unserer Schützlinge aufs Herzlichste für die überaus entgegenkommende Hilfsbereitschaft.

 

11.06.2021

 Erneut wurde unsere Laune getrübt. Der weiße Wuschelhund Chappi ist wieder zurück im Tierheim. Er hatte Haus und Familie so sehr ins Herz geschlossen, dass er sie zunehmend gegen alle vorging, die nicht zu seinem inneren Kreis gehören. Diese Tendenz hatten wir bereits im Tierheim bemerkt und die Interessenten darüber in Kenntnis gesetzt. Dies schien aber kein Problem zu sein. Nun war die Familie aber zusehend überfordert mit Chappis verhalten. Sie warfen das Handtuch und brachten ihn zu uns zurück. Schade für den lieben Rüden, der in der Familie selbst ein wahrer Engel war. Zumindest freute sich Chappi über uns. Dennoch ist es ein Rückschlag für uns und unsere Vermittlungsarbeit.

 

10.06.2021

 Eine Frau erfuhr über Bekannte von uns und suchte nun hier vor Ort eine passende Zweitkatze. Nachdem der jetzige, noch vorhandene Kater wieder alleine war, veränderte sich sein Verhalten und sie wünschte einen ruhigen Ausgleich für ihn. Suse schien da genau die Richtige zu sein. Heute war nun der Tag von Suses Umzugs gekommen. Kater Josef begleitete sie ein Stück, denn wie Sie unter "was gestern geschah" lesen können, sollte er in die Tierarztpraxis zur genaueren Diagnostik. Auch heute, beim Einfangen, kooperierte er wenig. Die Fahrt über wurden wir von den beiden Katzen unterhalten. Suse maunzte und Josef antwortete. Als würden sich die beiden gegenseitig Mut zusprechen. Als wir Josef in der Praxis übergaben, muss sich ein blinder Passagier an Bord geschlichen haben. Denn plötzlich tippelte ein Marienkäfer die Scheibe entlang. Na, das ist doch ein gutes Omen! Bis wir die kleine Ortschaft bei Elstra erreichten, war er unser treuer Begleiter. Dort trennten sich unsere Wege. Suse wurde schon sehnsüchtig erwartet. Frauchen hatte extra Heu in zwei Pappkartons getan, damit diese schön duften, wenn sich Suse darin verstecken möchte. Was sie auch liebend gern annahm. Zur Eingewöhnung bewohnt sie zunächst zwei Zimmer des Bauernhauses, welche sonst selten benutzt werden. Da kann sie erst einmal in Ruhe ankommen und langsam heimisch werden. Sie erwartet zukünftig nicht nur ein großes Haus, sondern auch ein gigantisches Grundstück. Wiesen, Enten, und jede Menge Schuppen und Scheunen, wo sie alles erkunden kann. Der Kater "Fips" ließ sich nur kurz blicken, er wird Suse wohl später kennenlernen und hoffentlich symphatisch finden. Als wir uns gerade den Außenbereich ansahen, kam plötzlich ein Gewitter auf. Während wir vorher die Klimaanlage im Auto einschalteten, weil es so hitzig war, mussten wir nun die Heizung anmachen, damit wir trocknen. Schon kurios. Auf dem Heimweg holten wir Josef vom Tierarzt ab, die Untersuchung war abgeschlossen, es gab keine erkennbaren Hinweise. Nun warten wir auf das Ergebnis der Blutanalyse. Als wir ein Stück fuhren, mussten wir schon wieder bremsen: ein abgebrochener Ast befand sich auf der Straße. Zum Glück war es kein Baumstamm, so dass wir uns selbst behelfen konnten. Nun hieß es aber zurück ins Tierheim. Josef durfte wieder in "sein" großes Katzenhaus, munter und scheinbar überhaupt nicht nachtragend stieg er aus und fragte schon nach Futter. Er bekam einen getrockneten Snack als Belohnung.

 

09.06.2021

 Nachdem sich Opal, trotz anfänglicher Schwierigkeiten, von ihrer Milchleistenoperation prima erholt hat, konnten wir zur heutigen Tierarztvisite die Fäden ziehen. Oh was war sie froh endlich den ollen Trichter abzubekommen. Im Anschluss bekamen Mamma Miez und Kater Max ihre zweite Impfung. Wenn sie die gut vertragen dürfen sie in den kommenden Tagen den Quarantänekäfig gegen ein geräumiges Katzenvermittlungshaus tauschen. Dank der lieben Impfpaten, konnten auch die drei Abgabekatzen Alani, Luna und Sunny durch unsere Tierärztin geimpft werden. Leider müssen Sunny und Luna in nächster Zeit dringend zur Zahnsanierung. Dort gibt es reichlich Handlungsbedarf. Im Anschluss widmeten wir uns Hündin Tomis. Leider hat sie noch immer Augenausfluss und von Zeit zu Zeit übergibt sie sich. Aufgrund ihres Alters entschlossen wir uns erst einmal ein Blutbild anzufertigen, um vielleicht so zu erfahren was ihr fehlt. Außerdem bekam sie noch einmal Augentropfen verordnet. Nicht ganz glücklich waren wir auch mit Kater Josefs Zustand. Der Senior hatte optisch abgenommen und seine Schleimhäute erschienen uns recht blass. Da Josef aber eine recht kurze Zündschnur hat, beschränkte sich die Untersuchung im Tierheim auf ein Minimum. Wir vereinbarten einen Termin in der Tierarztpraxis wo er, wenn es nicht anders geht, in Kurznarkose gründlich untersucht wird und ein bisschen Blut abgeben muss.

 

08.06.2021

Unter Tränen rief uns eine Frau an und bat um Hilfe. Die Familie hatte schon immer Katzen, doch ihr Sohn entwickelte plötzlich eine heftige Allergie. Es war leider nichts zu machen. Die allergischen Reaktionen wurden immer schlimmer, der Sohn stand schon eine Weile unter Cortison, dies war doch kein Dauerzustand. Ein Versuch, die beiden hübschen jungen Katzenmädchen privat weiterzuvermitteln, brachten nicht den gewünschten Erfolg. Nachdem wir also telefonisch alles abgesprochen hatten, brachten sie die zwei Samtpfötchen schweren Herzens zu uns. Mit großen Augen und "Flaschenbürste" versteckten sich "Kaspar" und "Babsi", wie sie von ihren Besitzern benannt wurden, in ihren Körbchen. Noch sind sie zurückhaltend und skeptisch, was das alles soll. 

 

07.06.2021

Unsere Spendenboxen in Kaufland und Rewe wurden durch unsere lieben Mitstreiter, Familie S., wieder zuverlässig geleert und sie brachten all die vielen Spenden zu uns. Danke an dieser Stelle an alle, die uns helfen! Gerade jetzt, wo mehr Katzen unsere Aufmerksamkeit, Pflege und Fütterung bedürfen, kommt die Spende wie gerufen. 

Die Hitze brachte auch unseren Marius beinahe zum Schmelzen. Kurzerhand "beregneten" wir ihn ein wenig und sorgten für eine schöne große Schlammsuhle in seinem Gehege. Er hatte noch etwas mit Buddeln und Wühlen zu tun, bis sie seinen Wünschen entsprach und er sich genüsslich hineinlegte. So lässt es sich aushalten!

 

05./06.06.2021

Wer hätte gedacht, dass dies so plötzlich hintereinander geht. Auch am Wochenende erhielt unser Katzenbestand nämlich Zuwachs.

Eine Familie erwarb ein Wochenend- Grundstück, dass sich, nennen wir es treffend, die Natur bereits zurück erobert hatte. Nach und nach begannen die Aufräumarbeiten. Als sie nun eine alte Dämmstoffplatte anhoben, blickten sie 2 Kätzchen und 4 Mäuse an. Die Mäuslein suchten allesamt schnell das Weite, die Katzen konnten das (zum Glück) nicht. Sie hatten wohl gerade erst die Augen geöffnet, so winzig und unbeholfen waren sie noch. Aber schon niedlich, dass sie ausgerechnet Mäuse als Gesellschafter hatten. Das Komische an der Sache ist nur, dass den Grundstücksbesitzern noch nie eine Katze dort begegnet ist. Die Muttimiez muss also klammheimlich die Kleinen in ein sicheres Versteck gebracht haben. Schnell fanden die "Würmchen" ihren Weg zu uns. Gerade einmal 180 und 200 Gramm wogen die getigerten Katzenbabys. Und sie hatten einen riesen Durst. Unser Vorrat an Katzenaufzuchtsmilch fand also schneller als gedacht seine Verwendung. Wir schätzen sie auf etwa 2 Wochen. Eine unserer Mitarbeiterinnen nahm die Winzlinge mit nach Hause, damit sie rund um die Uhr versorgt werden können. Die erprobte Katzenmutti (sie hatte in den vergangenen Jahren schon mehrere Katzenkinder aufgepäppelt) wird alles tun, damit aus den Babys kleine gesunde "Speckmaden" werden.

 

04.06.2021

Gleich drei Miezen wurden heute in unserem Tierheim abgegeben. Coronabedingt musste sich die Familie räumlich so sehr verkleinern, dass es nicht mehr möglich war, die Katzen artgerecht zu halten. Dazu kam das Problem, dass einer ihrer Hunde die Katzen auch nach der langen Zeit des Zusammenlebens immernoch jagen möchte. Dies war kein akzeptabler Zustand, sodass die Familie diesen Schritt gehen musste. Die drei Miezen im Alter von 14, 12 und 8Jahren sind noch recht verschüchtert. Aber wer kann es ihnen verübeln.

 

03.06.2021

Rüde Bob war erfreut, dass ein neuer Tag anbrach. Er erwartete schließlich seinen mittlerweile gewohnten Ablauf: die Tür geht auf, er kann raus, begrüßt uns und bekommt sein Frühstück. Oh je, wie er gewinselt hat, als er mit uns ein Stück spazieren ging und dann vor dem Tor stand. "Hey, ihr, es war zwar nett, aber dort drin gibt's doch mein Essen!" schien er sagen zu wollen. Statt dessen hoben wir ihn mit seinen stattlichen 40 Kilo ins Auto. Wie zu erwarten, begann seine Unruhe. Er hechelte und wollte sich gar nicht hinsetzen oder legen. Erst später, als er merkte, dass es eine längere Reise wird, konnte er sich auch mal ablegen. Wir fuhren über 2 Stunden. Einer von uns setzte sich auf die Rücksitzbank, um dem Rüden näher zu sein und etwas zu kraulen, soweit es die Gegebenheiten zuließen. Bob lenkte sich damit ab, unsere Hände abzuschleckern. OK, wenn ihn das etwas beruhigt, dann gerne. Als wir in Berlin am ehemaligen Grenzstreifen ankamen, galt für Bob nur eins: endlich raus. Wir gingen in den Garten, wo für ihn schon die große Wasserschüssel bereit stand. Dieses Angebot nutzte er bei all der Aufregung und der Wärme sehr gerne. Daneben, auf den Terrassensteinen ließ er sich nieder, als hätte er den ganzen Weg laufen müssen. Wir beredeten derweil alles Wichtige und sahen uns sowohl Bobs neuen Wohnbereich als auch Bilder von seinem künftigen (Zweit)wohnsitz an. Es war alles sehr durchdacht und schön Grün. Inzwischen hatte sich Bob soweit ausgeruht, dass er ein paar Schritte im Garten umherwanderte. Wir nutzten die Gelegenheit und probierten gleich sein neues Hundegeschirr an. Da sich Bob augenscheinlich wohl fühlte und auch liegen blieb, als wir uns verabschiedeten, waren wir überzeugt, dass er endlich sein für-immer-Zuhause gefunden hat. Wir freuen uns schon sehr auf die ersten Rückmeldungen.

 

02.06.2021

Am späten Vormittag hopste Rigo aus dem Tierheimauto und fand sich direkt am Heiderand wieder. Dort wartete bereits seine neue Familie auf den Rüden. Schon beim Anblick des Rüden verfielen alle Familienmitglieder in freudiges gequietsche. Rigo war natürlich aufgeregt aber stapfte munter mit seinen Menschen mit. In der Wohnung wurde interessiert geschnuppert. Und wieder quietschten die Leute um die Wette, was Rigos Schwänzchen in Wallung brachte. Was für ein niedliches Bild. Bei den vorangegangenen Besuchen im Tierheim überzeugte Rigo trotz seiner vornehmen Zurückhaltung. Es ist einfach wunderbar, dass Rigo trotz seines unscheinbaren Äußeren diese einzigartige Chance bekommen hat und wünschen uns, dass er noch lange und glücklich mit seiner neuen Familie leben darf.

 

01.06.2021

Zum heutigen internationalen Kindertag hatten nicht nur Kinder Grund zum Jubeln. Auch Erwachsene und ein Vierbeiner hatten einen besonderen Freudentag. Rüde Kail darf nämlich ab heute eine Familie bereichern. Da wir vom Tierarztbesuch wussten, dass der Rüde nicht so gerne Auto fährt, waren wir auf lautes Wimmern und schlimmstenfalls Erbrechen vorbereitet. Der liebe Kerl überraschte uns dann aber mit gutem Verhalten. Er klagte nur kurz am Anfang leise sein Leid, dann war er erstaunlich ruhig. Als wir den Rand von Dresden, ja fast schon Freital erreichten und die Transportbox öffneten, trat uns ein kleiner Feuchtraum entgegen: durch den Stress hatte Kail wahnsinnig doll gesabbert. Aber ihm ging es gut, wir sind heil angekommen und der Rüde schien interessiert. Ein gutes Zeichen. Frauchen stand inzwischen schon am Auto, um den freundlichen Gesellen willkommen zu heißen. Zwar war Kail noch angespannt, aber artig lief er mit und blickte sich um. Im Grundstück begrüßte er die Söhne und ließ sich an der Leine etwas umher führen. Anschließend schauten wir, wo sein zukünftiger Schlafplatz sein könnte. Natürlich steht es dem neuen Familienmitglied frei, sich seinen Wunschplatz selber auszusuchen. An Ausruhen war im Moment aber wirklich nicht zu denken. Kail wollte wieder hinaus, in die Sonne und den schönen Rasen unter seinen Pfötchen genießen. Das Wasser, was er auf der Fahrt verlor, nahm er nach und nach aus der bereitgestellten Wasserschüssel wieder auf. Kurze Zeit später traf auch Herrchen ein, sagte Kail Hallo und nahm ihn gleich mit zu den Hühnern in den Auslauf. Wie wir uns bereits überzeugen konnten (siehe "was gestern geschah" vom vergangenen Wochenende) ist Kail tadellos umgänglich. Das neue Herrchen konnte sogar die Leine los lassen und die Hühner im Beisein des Rüden füttern, alles kein Problem. Auch die spielenden Kinder störten Kail in keinster Weise. Das war auch der Grund, warum es zwischen der Familie und ihm funkte: Kail ist der ausgleichende Ruhepol. Während wir uns um das Schriftliche kümmerten, fiel von Kail zusehends die Anspannung ab und er hob seine Rute. Als schien er sich bei uns zu bedanken, kam er noch ein letztes Mal zu uns schmusen, bevor es für ihn auf einen kleinen Spaziergang und für uns auf die Heimreise ging.